KAPITEL I.
DAS WEILERTHAL.
Dort wo der starke Bergstock der Hohkönigsburg seinebewaldeten Abhänge nach Norden hin abfallen lässt, tretenzwei kleine Flüsse aus dem schönen Bergland der Vogesen in die Ebene hinaus, woselbst sie nach kurzem Lauf sich indie 111, den Fluss, welcher in seiner ganzen Länge die ge-segneten Fluren des Elsasses durchströmt, in der Nähe derKreishauptstadt Schlettstadt ergiessen. Es sind dies dieLeber, die dem Leberthal seinen Namen gibt, und der Giessen,der jenes Thal, das in der vorliegenden Untersuchung demLeser vor Augen geführt werden soll, durchfliesst.
Diese beiden Thäler stossen an den Abhängen der Hoh-königsburg in spitzem Winkel auf einander. Das Leberthalzieht sich, wenden wir von dort unsern Blick vogesenwärts,nach Ostsüdost, das Weilerthal nach Nordwest.
Im Leberthal finden wir an dem Punkt des Zusammen-treffens mit dem Weilerthal ein Dorf mit gleichem Namen.Es folgen die Ortschaften Wanzel, Leberau, Deutsch Rum-bach , welches nicht wie die übrigen Orte in der Thalsohle,sondern seitwärts in den Bergen auf der Weilerthal - Seiteliegt; darauf die kleinen Annexe Müsloch, Heiligkreuz (St.Croix) und Markirch (St. Marie aux Mines ). Letztere Stadtvon 11 524 Einwohnern (nach der Volkszählung von 1880)ist ein lebhafter Fabrikort, der Hauptsitz unserer Weilcr-thaler Weberindustrie.
KAERGER, Hausweber im Weilerthal»
i