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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
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KAPITEL I.

Yon dem Weilerthal wird das Leberthal durch einenniedrigen Bergrücken getrennt, der von zwei Wegen (dereine zwischen den Orten Gereuth im Weilerthal und Wanzelim Leberthal, der andere zwischen Breitenau dort und Deutsch Rumbach, beziehungsweise Leberau hier) durchschnitten wird.

Doch lassen wir jene Wege bei Seite liegen und kehrenzu jener grossen Ausbreitung, in welche die beiden Thälermünden, zurück. Wir können dies thun, indem wir die vonSchlettstadt nach Markirch führende Eisenbahn bis zur StationWeilerthal benutzen. Die Chaussee führt uns eine Zeit langzwischen saftigen Wiesen in streng nördlicher Richtung hin,bis wir bei einer plötzlichen Wendung der Strasse nach Nord-west mit dem Orte Thannweiler das Weilerthal zun erstenMal betreten.

Nachdem wir einen kleinen Abstecher auf der vonThannweiler aus in nördlicher Richtung zum Andlauer Thalführenden Strasse nach St. Petorsholz und dem mit diesemzu einer Gemeindeverwaltung verbundenen, hoch auf demBergabhang gelegenen Hohwart gemacht haben, kehren wirauf dieser Landstrasse zurück und sehen uns in ein schmales,sanft ansteigendes Thal versetzt, dessen Sohle ausschliesslichmit Wiesen bedeckt ist, und dessen rechte Bergwand ziem-lich steil abfällt, während die linke, südliche Wand sich soallmählich niedersenkt, dass auf ihrem Rücken drei Gemein-den ihren Sitz aufgeschlagen haben. Die Dörfer, denen wirauf unserem Wege begegnen, sind St. Moritz und Triembach,und die, welche wir auf der Höhe an der südlichen Seiteliegen sehen, Gereuth, Diefenbach und Neukircli. Zwischenletzteren liegt das kleine Hirzelbach, das zum Theil Annexvon Diefenbach, zum Theil Annex von Neukircli ist.

Unmittelbar nachdem wir die jene oberen Dörfer be-rührende Strasse auf die unsere haben einmünden sehen,betreten wir den Ilauptort des Thaies, die Stadt Weiler.Wie keine andere ist diese dazu geschaffen, in allen Be-ziehungen der Mittelpunkt des ganzen Lebens im Tliale zubilden. Gerade dort nämlich treffen zwei Arme, in welchesich das Thal spaltet, zusammen, und die Entfernungen vonden äussersten Punkten derselben bis Weiler, sowie von dort