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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
Seite
18
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KAPITEL II.

DIE TECHNIK.

Zum Verständnis der ökonomischen und socialen Ver-hältnisse der ITausweber ist die Kenntnis der Technik derWeberei unbedingt nothwendig. Es wird uns daher nichterspart bleiben, an die wichtigsten Elemente derselben zuerinnern, und dort wo die technischen Operationen ver-schieden gehandhabt werden, die im Weilerthal üblichenMethoden mitzutheilen. Als Quelle hierfür hat mir fast aus-schliesslich die eigene Anschauung gedient; nur wo dieseLücken aufwies, habe ich dieselben durch das Buch vonKarmasch, Die Technik der Maschinengewerbe, zu ergänzengesucht.

A. DER IIANDWEBSTUIIL.

Das Frincip des Webcns ist ein höchst einfaches: esist das Gegenstück des Flcchtens. Beides, Flechten undWeben bestellt darin, dass in eine ruhende Lage von Fädeneine Reihe anderer Fäden hineingeschlungen werden. BeimFlechten nun geschieht dies in der Art, dass der beweglicheFaden abwechselnd über und unter einen Faden der ruhen-den Fadenlage geführt wird, beim Weben dagegen der Art,dass von den ruhenden Fäden eine Leihe von Fäden nachunten und eine andere Reihe von Fäden nach oben aufeinen Ruck gezogen werden, und in die so entstandenenLücken der bewegliche Faden hindurch geschleudert wird.