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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
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DIE TECHNIK.

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Uns Resultat, ist dasselbe: der bewegliche Faden kommt ab-wechselnd über und unter die Fäden der ruhenden Lage.Diese letztere nun nennt man die Kette oder den Zettel(chaiue), die beweglichen Fäden dagegen den Einschuss,Einschlag, Eintrag (trame).

Die Procedur desWebens geht nun in einem Apparat,dem Webstulil (rnetier) vor sich, welcher naturgemäss dreiFunktionen zu erfüllen hat.

1. Die Kette festzuhalten, sie vor dem Einschiessen ab-zuwickeln, und nach demselben aufzuwickeln.

2. Die Kettenfäden abwechselnd nach oben und nachunten zu ziehen.

3. Die Einschussfäden zwischen den Kettenfäden durch-zuleitcn und fest zu machen.

Jede der drei Verrichtungen geht, wie leicht ersicht-lich, in einer anderen Dimension vor sich.

1. Dem ersten Zweck dienen zwei Walzen, welchezwischen den 4 Pfosten des Webstuhls: dem Stuhlgestell,angebracht sind. Die hintere Walze heisst der Ketten- oderGarnbaum. Auf ihm sind die parallel neben einander laufen-den Kettenfäden aufgewickelt. Diese reichen über die ganzeLänge des Stuhles hin bis zu der vorderen Walze, demBrustbaum, auf welchen in dom Maasse, als die Kette vondem Kettenbaum abgewickelt wird, das Gewebe sich auf-wickelt.

Gewichte verhindern, dass die Kette sich von selbst,und nicht vielmehr nur soweit, als sie verwoben wird, auf-wickelt. Es giebt Webstühle mit besonderen Vorrichtungen,Regulatoren genannt, welche den Brustbaum bei jedem Ein-schuss eines neuen Fadens genau so viel herumdrehen, alszum Aufwickeln des neu entstandenen Theils des Gewebesnothwendig ist. Dadurch wird der Weber der NotliWendig-keit überhoben, diese Umdrehung mit der Hand und zwarimmer erst dann zu besorgen, wenn das Gewebe ein gewissesStück vorwärts geschritten ist. Es ist klar, dass diese Ein-richtung dem Gewebe eine grosse Gleichmässigkeit ver-leihen muss.

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