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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
Seite
180
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Die Lage der Hausweber des Weilerthales ist nur ver-ständlich, wenn man ihre Doppelstellung als Landbauer undIndustrielle ins Auge fasst. Nach beiden Richtungen hinhaben sie gegen die ungünstigsten Verhältnisse zu kämpfen,und in beiden Punkten sind diese theils selbst verschuldet,tlieils unverschuldet.

Der Landbau im Weilerthal krankt an drei unüber-windlichen Uebeln, an der Unfruchtbarkeit des Bodens, derRauhheit des Klimas und der gebirgigen, die Ackerbestellungungemein erschwerende Lage. Diese Uebel werden vermehrtdurch die irrationelle Wirthschaftsweise der Leute selbst,insbesondere durch eine ungenügende Ausnutzung der vor-handenen Dungstoffe.

Als industrielle Arbeiter haben sie das Unglück füreine Fabrikation thätig zu sein, die in eine ungünstige Posi-tion auf dem Weltmarkt gerathen ist, und welche ihnen dahernicht genügende Beschäftigung gewähren kann. Allein siekönnten ihr Loos selbst verbessern, wenn sie sorgsamereArbeit zu liefern sich Mühe gäben. Bei ihren jetzigen Fähig-keiten und Anstrengungen werden ihnen nur solche Sachenzum weben übertragen, die am schlechtesten bezahlt werdenund die wegen ihrer schlechten Absatzfähigkeit nur in geringerMenge hergestellt werden können.

Aber unsere Weilerthaler sind weiter Hausindustrielle.Das zieht den gänzlich unverschuldeten Nachtheil nach sich,dass die Fabrikanten sicli um ihr Loos nicht kümmern, unddass sie ohne jede bevormundende Controle bezüglich der