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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
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181
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SCHLUSSWORT.

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Arbeitszeit, der Arbeitsräumlichkeiten und anderer Umständesind, die auf die Lebenshaltung der Arbeiter sich von wesent-lichem Einfluss erweisen.

Dass sie zugleich Landbauer und industrielle Arbeitersind, schützt sie zwar einerseits vor dem Verfall der Familien-verhältnisse, erweckt aber andererseits in den Fabrikantendas vielleicht nicht ungerechtfertigte Misstrauen gegen ihreindustrielle Leistungsfähigkeit, bringt sie in den Zeiten dergesteigerten landwirtbschaftlichen Thätigkeit in die Verlegen-heit, entweder die eine oder andere Arbeit im Stich zu lassen,und lässt sie den Bauern und der Forstverwaltung wenigertauglich zur Beschäftigung im Tagelohn erscheinen.

Die geschilderten Missstände, welche durch die Be-schäftigungslosigkeit im letzten Winter zu einer gefahrdrohen-den Höhe herangewachsen waren, haben nun als natürlicheReaktion eine verstärkte Auswanderung in der letzten Zeithervorgerufen. Der Strom derselben richtet sich vorzüglichnach den französischen Grenzorten St. Die, Moyen-Moutier,Senones , Colroy, und andern mehr in welchen die Leuteimmer noch lohnende Beschäftigung in der Weberei finden.Die meisten von ihnen suchen dort in Ateliers oder FabrikenBeschäftigung. Nur hin und wieder kommt es vor, dass dieLeute ihre Webstühle mitnehmen, um sich auch im fremdenLande als Hausweber niederzulassen. Nach meinen Notizensind von Leuten aus Grube in zwei Fällen je zwei, vonsolchen aus Laach in drei Fällen drei, und von solchen ausUrbeis in sechs Fällen sechs Webstühle mitgenommen worden.Dass hier Fälle, in denen die Weber ohne ihre Stühle fort-gegangen sind, nicht Vorkommen, ist wiederum ein Beweisfür die Macht der Nachahmung in allen das Wandern nachauswärts betreffenden Dingen.

Ausser den französischen Grenzorten finden wir als Ziel-punkt in einem Fall Scherrweiler, wohin ein Weber ausThannweiler sammt seinem Stuhl sich gewandt hat, in vierFällen die Fabrik in Logelbach bei Colmar und zwarwiederum höchst charakteristisch alle aus derselben Ort-schaft (Gereuth), und endlich nur in einem Fall Amerika . ImGanzen sind im Jahre 1881 16 Familien mit 72 Hausgenossen,