KAPITEL V.
LANDWIRTSCHAFT UND VIEHZUCHT.
Das Leben der Hausweber im Woilerthale wird ganzwesentlicli durch den Umstand beeinflusst, dass dieselbenzum weitaus grössten Theil Ackerbau und etwas Viehzuchttreiben.
Dies geschieht entweder auf eigenem Grund und Bodenoder auf „gelehntem“. Das „Lehnen“, welches sieb von der„Pacht“ rechtlich in nichts unterscheidet, ist wirthschaft-lich doch häufig von ihr insofern verschieden, als dies Landhäufig nur auf ein Jahr und nicht mindestens für dieZeit der üblichen Fruchtfolge, „gelehnt“ wird. Namentlichbei den Matten ist dies sehr üblich.
Wirkliche Pacht liegt dagegen vor bei den sogenanntenFarmen, Bauernhöfen, welche an den Berglehnen zerstreutumher liegen und von ihren Inhabern auf 6, 9 und 18 Jahregepachtet worden sind.
Einen wie grossen Umfang nun der Ackerbau bei denllauswebern hat, zeigen folgende, von mir durch Befragenjeder Weberfamilie gesammelten statistischen Daten. (Vgl.Tabelle IV.) Unter den 923 Weberfamilien gibt es nur 162,also 17,55%, welche keinen Grundbesitz haben, wogegen761, d. h. 82,45% mehr oder weniger grosso Länderereienin Eigenthum haben.
Von obigen 162 Familien haben jedoch 111, d. i.68,52%, die Gewohnheit fremde Ländereien zu lehnen. Vonsämmtlichen 923 Weberfamilien sind es also nur 51, d. h. nur