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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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Landwirtschaft und Viehzucht.

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5,52%, welche gar keinen Ackerbau treiben; eine verschwin-dend kleine Anzahl!

Fermiers, die die Weberei betreiben, gibt es 10, welchenur gepachtetes und einen, der theils gepachtetes, theilseigenes Land bebaut.

Die einzelnen Gemeinden zeigen, abgesehen von derStadt Weiler, in den Procentsätzen der Grundbesitzendenkaum erhebliche Differenzen. (Ygl. Tab. Y.) Die Zahlenschwanken von 66,7 bis 94,7%, bei 11 von den 17 Gemein-den ausser Weiler aber nur zwischen 74 und 86%.

Weiler allerdings weicht bedeutend ab. Hier sind esnur wenig über ein Drittel (34,6%) der Weber, welche imBesitz von Grund und Boden sind. Rechnen wir daher nurden Durchschnitt der Dorfgemeinden, so ergeben sich statt81,45% grundbesitzender Weber deren 82,72%.

Erheblicher sind die Abweichungen in dem Procentsatzderjenigen, die weder selbst Land besitzen, noch solcheslehnen. Neben Gemeinden, in denen, wie in Urbeis, St. Peters-holz, Breitenau, St. Martin, Gereuth, alle Besitzlosen Acker-bau treiben, finden wir Grube, welches mit seinen 29,4 %auf gleicher Stufe mit der Stadt Weiler steht. Yon denerstgenannten 5 Gemeinden zeigen allerdings Urbeis, St. Pe-tersholz, Breitenau und St. Martin so geringe absolute Zahlen(5451), dass wir hier die 100% wohl auf blossenZufall zurückzuführen berechtigt sind. Dagegen ist dieserProceutsatz bei Gereuth, welches 16 Besitzlose zählt, immer-hin auffallend. Da nun auch in Laach von 23 Besitzlosen20, also 86,9%, Ackerbau treiben, und in beiden Gemeindenentschieden die grösste Armutli im Tliale herrscht, so könnenwir darauf schliessen, dass die Armut das Unterlassen desLandhaus nicht begünstigt. Dass aber überhaupt hier keinParallelismus vorwaltet, beweist einerseits das nämliche Grube,wo von 17 Besitzlosen nur 5, also nur 29,4%, zu lehnenpflegen, anderseits das besser situirte Steige, woselbst wirvon 18 Besitzlosen 11, also 61,9%, ackerbautreibend finden.

Auf welche Ursachen diese Verschiedenheiten zurück-zuführen sind, weiss ich nicht zu sagen. Sitte und Gewohn-heit mag wohl hier eine grosse Rolle spielen.

KAERGER. llausweber im Weilerthal.

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