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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL V.

Die erheblichen Differenzen in der soeben besprochenenColonne gleichen sich in der nächsten, welche uns das Yer-hältniss der nicht ackerbautreibenden Weber zu allen Webernanzeigt, wieder einigermassen aus. Sehen wir von der StadtWeiler und von Erlenbach ab, welches letztere mit seinen9 Webern nur ein zufälliges Resultat liefern kann, so findenwir als höchsten Procentsatz der nicht ackerbautreibendenWeber 16,2 °/o bei Grube. Yon da fällt es auf 7,4% beiThannweiler und 7,1% bei Steige. Alle übrigen 13 Ge-meinden bewegen sich in den Grenzen von 04%.

Weiler zeigt natürlich wieder die höchste Ziffer mit42,3 %. Rechnen wir die Bewohner von Weiler ab, so er-halten wir 39 Leute, d. h. 4,34% aller Weber in den Dorf-gemeinden des Thaies, die das Feld nicht bebauen.

Die Art des Landbaus ist bestimmt durch einen imGanzen recht wenig ertragsfähigen Boden, und die gebirgigeLage unseres Gebiets. Die Hauptfrüchte, die gebaut werden,sind Winterroggen und Kartoffeln. Mit ersterem wurdennach den Erhebungen des Jahres 1883 gegen 1000 ha, mitletzterem gegen 1500 ha bepflanzt. In dritter Linie folgtWinterweizen, welcher ein Areal von ungefähr 450 ha ein-nimmt. Im Uebrigen ist höchstens noch Hafer mit circa260 und Klee mit ca. 200 ha zu erwähnen. Den geringenUmfang des Anbaus anderer Früchte möge man aus Tab. YIersehen.

Die Grösse des Grundeigenthums jedes einzelnen We-bers habe ich anfangs zwar festzustellen versucht, bin aberbald von diesem Plane zurückgetreten. Denn ich habe ge-sehen, dass die Leute von einer Unwissenheit in diesemPunkte sind, die ganz unglaublich ist. Nur Wenige habenmir sofort sagen können, wie gross ihr Areal ist, die meistenkonnten mir nur eine ungefähre Angabe, gewöhnlich mitUnterstützung der Gemeindeboten machen. Abgesehen davonwurden die Angaben, wie ich zuweilen constatiren konnte,oft absichtlich zu niedrig gemacht, aus Furcht sich eine höhereSteuerlast auf den Hals zu laden. Interessant ist es, dassdie Leute das Land nicht nach Hektaren und Aren be-rechnen, sondern nach einem Flächenmass, das fast in jedem