DIE TECHNIK.
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Kettenfäden und dieselben in gleicher Lagerung, wie daserste enthält, so wird von dem ersten Gewebe soviel auf demBrustbaum befestigt gelassen, dass die Kette noch ein Stücküber das Geschirr hinaus nach der Garnbaumseite hin vor-ragt. An diese lose herabhängende Fädenlage, vou denWeilerthaler Webern Triemde genannt, wird mm die neueKette Faden für Faden angeknüpft, oder wie der üblicheAusdruck lautet: angedreht. Zu diesem Behufe bindet dieandrehende Person eine Anzahl Fäden der alten und derneuen Kette zu einem Knoten zusammen, die sie beide aneinen um ihren Leib geschlungenen Gurt befestigt. Sie roisstsodann aus jedem Knoten einen Faden heraus, tupft dieFinger in ein bereit liegendes Aschenhäufchen, und zwirntnun beide Fäden mittelst einer drehenden Bewegung derFinger zusammen. Dies erfolgt, ohne dass das geringsteKnötchen entsteht, so dass die neue Kette nunmehr durchRietkamm und Litze einfach durch Umdrehen des Brust-baums durchgezogen werden kann, und so das „Einziehen“der Kette erspart wird.
5. Das Schlichten der Kette. Das Schlichten ist einDurchfeuchten der Kette mit gekochter Stärke oder Leimund hat den Zweck, die Fäden fester und elastischer zumachen. Dies geschieht mittelst zweier Bürsten, mit welchenan der oberen und unteren Seite der Kette hingefahren wird,um so den Stoff „die Schlichte“ gleichmässig auf die Fädenzu vertheilen. Das Schlichten, sei es nun, dass es von derHand oder vop einer Maschine verrichtet wird, erfolgt gewöhn-lich während des Aufbäumens, so dass jeder Theil der Kette,unmittelbar bevor er auf den Garnbaum aufgewickelt wird,dem Schlichtprocess unterzogen wird.
II. Der Einschuss erfordert als einzige "Vorbereitung dasAufhaspeln der Garnstränge auf die Spulen. Hierzu dientdas Spulrad, welches mit der rechten Hand bewegt, eineSpindel in Bewegung setzt, um welches das von einem Haspelherabgeleitete Garn sich aufwickelt. Die linke Hand lässthierbei den Faden durch die Finger gleiten, und verleiht ihmso die Richtung zur Spindel hin.