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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL IV.

Als Löhne für Anfertigung der Tüchel sind mir vonden Fabrikanten A., B., C., D. folgende angegeben. Sie ver-stehen sich in Centimes für ein Tüchel.

A.

B.

C.

D.

Calcutta

17

16

| 18 (85 cm breit) |

20

\ 17 (80 cm ) 1

Bombay

16

13

Milanaise

14

12

Pignasse

14

12

Cotelet.

10

13

Als Lohn für Stapelartikel wurden mir 18, 20, 24, 25Centimes pro Meter angegeben, während Neuheiten mit0,40 bis 0,60 fr. pro Meter bezahlt werden sollen.

Der durchschnittliche Tagesverdienst, den die Webernun mit diesen Löhnen erreichen, wurde mir sehr verschiedenangegeben. Es beruht dies, ausser auf der Verschiedenheitder Löhne selbst, darauf, dass manche Weber nur gegen67, andere aber 89 Meter den Tag über zu Standebringen. Am wenigsten verdienen die Leute in Charbes(Laach), wo fast ausschliesslich Cotelets, zu 2 Sou dasTüchel, gewebt werden. Fast durchgehends wurde mir hierals täglicher Verdienst die Summe von 80 Pfg. angegeben,manchmal sogar 60 Pfg., selten 1 Mk., aber niemals darüberhinaus. Aebnlich stehen sich die Weber in andern Ge-meinden, die vorwiegend auf die Mouchoirs, namentlich diegeringeren Sorten angewiesen sind.

Etwas besser, aber immer noch schlecht genug, sinddie Arbeiter gestellt, welche baumwollene Stapelartikel zumWeben erhalten. Sie haben einen durchschnittlichen Tages-verdienst von 1 Mk. bis 1,20 Mk. während die Verfertigervon wollenen Stapelartikeln 1,20 bis 1,60 Mk. pro Tag ver-dienen. Neuheiten, die nur äusserst selten ins Weilerthalkommen, bringen dagegen 2 bis 2,40 Mk., ja sehr gutenWebern sogar 3 Mk. täglich ein.

Die ungeheure Mehrzahl der Weilerthaler Weber hateinen Durchschnittsverdienst von 80 Pfg. bis 1,20 Mk. Wahr-lich ein klägliches Einkommen. Und um das zu erringenniüssen zwei Personen arbeiten, und von diesen die eine den