DIE FAMILIE.
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Venvittwung entstehen, im Grossen und Ganzen ausgeglichenwird, so gibt das Yerhältniss der Hausgenossen zu der An-zahl der Haushaltungen im Allgemeinen auch ein Bild vondem Umfang der Kinderanzahl in diesen Haushaltungen.
Ledige Personen habe ich nur sehr selten, und immernur dann, wenn sie nicht bei Verwandten oder guten Be-kannten Unterkommen konnten, einen selbständigen Haushaltbilden gesehen. Diese vereinzelten Fälle üben also keinenwesentlichen Einfluss auf die Verschiebung des von uns ge-suchten Verhältnisses aus.
Dasselbe ist in Tabelle I ausgerechnet.
Vergleichen wir nun dieses Verhältniss der Hausge-nossen zu den Haushaltungen bei den AVeberfamilien mitdem bezüglich aller Einwohner einer Gemeinde, so ergibtsich das eigenthüinliche Resultat, dass ausser in den Ge-meinden AVeiler, Erlenbach und Bassenberg die erstereu Ver-hältnisszalilen überall grösser sind als die letzteren, dass alsomit anderen Worten die AVeberfamilien überall stärker anMitgliedern, und das will nach obigen Ausführungen bedeuten,stärker an Kindern sind, als der Durchschnitt sämmtlicherFamilien derselben Gemeinde. Für den ganzen Kanton istdort das Verhältniss wie 1:4,76 hier wie 1:4,1.
AVober kommt nun diese verhältnissmässig grössereKindermenge bei den Webern?
Meiner Ueberzeugung nach davon, dass die Weber denärmsten Theil der Bevölkerung bilden, und dass es geradedie ärmsten Leute sind, bei denen wir die stärkste Kinder-erzeugung finden.
Bei meinem Rundgang durch die AVeberwohnungenfand ich, dass — namentlich in den Dörfern mit den schlech-testen AVohnungsverhältnissen — diese um so ärger waren,je grösser die Anzahl der Kinder war, die in der AA^^olinungzu hausen hatten. Schmutz, Unordnung, erbärmlicher Zu-stand der Schlafstätten, kurz, das ganze AVohnungseleudnahm in anhaltender Progression mit der steigenden Kinder-anzahl zu.
Obwohl ich durch diese selbstgewonnenen Anschauungenfest davon überzeugt war, dass Elend und Annuth in