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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
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BEDEUTUNG DER EINZELNEN GETREIDEARTEN .

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Davenant, dem diese von ihm verbesserten BerechnungenKings entnommen sind,i fahrt nach Mittheilung derselben fort :

« Dies ist nur der Reinertrag mit Ausschluss des Saatkorns,welches bei einigen Getreidearten 1/5 des Ertrags, bei anderen i/sausmacht und daher im Ganzen auf 1375 000 Quarter mehrberechnet werden dürfte. Der Gesammtertrag stellt sich somitauf 11250 000 Quarter, welche, den Quarter zu 18 s. 4 1 /* d.im Durchschnitt gerechnet, ungefähr 10 338 600 L. werlh sind.

«Man bemerke, dass dies der Werth am Erzeugungsortdes Getreides ist. Dieser Werth aber erhöht sich durch dieFracht nach dem Verzehrungsorte zum Mindesten um einweiteres Viertel.

« Diese 1 375 000 Quarter sind das Produkt von 8 von den9 Millionen Acres Pflugland; auf der weiteren Million wächst.Hanf, Flachs, Waid, Saffran, Rübsen, Hopfen, Färbekraut u. s. w.deren Werth ungefähr 1 Million betragen mag.»

Nach diesen Angaben stand also damals der Getreidebauunter den Interessen der englischen Grundbesitzer keineswegsin erster Linie. In erster Linie stand sowohl was die Zahl derderselben gewidmeten Acres als auch was die Rente, die dieseabwarfen, angeht, die Viehzucht. Wenn man von den 12 Mil-lionen Pfund Renten, welche der Grundbesitz abwarf, die2 Millionen abzieht, die auf die Gebäude kommen und von den2 480 000 L. Renten des Plluglands 280 000 als Ertrag der mitHandelspflanzen bestellten Acres in Abzug bringt, beträgt dieRente vom Kornland wenig mehr als ein Fünftel des Gesammt-betrages des ländlichen Grundeigenthums.

Ebenso ist das starke Uebergewicht der Gerste unter 1 denErzeugnissen des Getreidelands bemerkenswerth, sowie dasdamals der Hafer noch die zweite Stelle unter denselben ein-nimmt. Später nach der Union von England und Schottland, bleibt England im Haferbau weit hinter diesem zurück; es tritteine lebhafte Ausfuhr von schottischem Hafer ein.

Das Uebergewicht der billigeren Getreidearten über denWeizen hatte aber nicht etwa seine Ursache in einer etwaigenUngunst des Bodens oder des Klimas. Im Gegenlheil: der

1 Vgl. Davcnauts Works II 210.