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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
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DER AUSWÄRTIGE HANDEL AN DEN STAPELPLÄTZEN.

zeuge ITn* Hamlelszwecke aber damals trotzdem Seestädte waren . 1Nur von diesen Orten aus durften heimische Produkte ausge-führt werden . 2 Fremde Kaulleute, welche Waaren einführten,durften nur eine bestimmte Zeit am Orte weilen; innerhalbdieser Frist mussten sie ihre Waaren losschlagen . 3 Waaren,die einmal eingeführt waren, durften nicht wieder ausgeführtwerden . 4 Auch war es verboten, den Erlös der verkauften Ein-fuhr in Geld auszuführen. Es mussten englische Produkte dafürgekauft und ausgeführt werden, und nur genau so viel Geldals man mitgebracht hatte, durfte man wieder mitnehmen,eine Bestimmung, welche, wie die häutige Wiederholung derGeldausfuhrverbote zeigt, nur zum Theile beobachtet wurde . 5Die Zölle wurden sowohl von der Ein- wie von der Ausfuhrerhoben, besonders aber von der Ausfuhr der Hauptstapel-produkte von England , von Wolle und Leder. Auch die fremdenKaufleute, die an diesen Stapelplätzen verkehrten, hatten ihreprivilegirte Gerichtsbarkeit, in welchem Masse, ergab der Inhaltder ihnen ertheiHen Privilegien. Es gehört allerdings erst einerspäteren Zeit an , 6 wenn wir mit jedem Stapel einen besonderenGerichtshof verbunden finden, bestehend aus einem mayor, der

1 Vgl. Maclox, History of tlie Exchequer I c. 18 p. 530 Note 4.

2 Vgl. das Gesetz vom 4. Juni 1204. Rot. Litt. Pat. 42, a. 43, a.

3 Vgl. die Angaben in der Petition der Gemeinen A. D. 1320u 1327. Rot. Parliam. II p. 9 Nr. 17.

4 Vgl. ibidem; siehe auch, was speziell London angeht, LiberAlbus, edit. Riley. London 1859 I p. 461, 093.

5 Vgl. Rymer foedera, accurantibus Johanne Caley et Fred.Holbrooke, vol. I pars II p. 564, 608, 928 Aussergewöhnliche Erlaub-niss, Geld auszuführen bei Rymer foedera, vol. II pars I p. 75, 78 etc.Ferner heisst es im 27. Edw. I. De falsa moneta: Uncore est ordenoqe nule bone moneye de argent, de notre coign ne de autri, ne nulargent en plate ne en autre manere, ne isse, ne porte ne soit horsde notre Roiaume, ne hors de notre poer en les parties de la outre,saunz especiale conge de nous, sur la peyne de snsdite. Vgl. ferner9. Edw. III. stat. 2. c. 1, 9, 10; 17. Edw. III.; 27. Edw. III. c. 14;38. Edw. III. c. 2.

6 Vgl. Edward Coke , The Institutes of the Law of England IV.cap. 46.