3. DIE TÄTIGKEIT DER KOLONIALBANKEN.
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kolonialen Schatzamte ein; der Gegenwert dieser Einzahlungwurde ihrem Konto beim Diskontkontor gut geschrieben. Aufdiese Weise verschaffte sich die Bank von Martinique 1891/93 für3,3 Millionen fr. Rimessen al pari, auf welche das Schatzamt nur1 ls metallische Zahlung, den Eest in Noten eingefordert hatte. Auchhier bot die Rückzahlung der Noten große Schwierigkeiten.
Im Schatzamte von Reunion hatten sich Mitte der 90er JahreNoten der dortigen Bank deshalb in so starkem Maße angesammelt,weil die Bank dem Schatzamte 3 Millionen fr. Noten eingehändigtund dieses dafür dem Diskontkontor 3 Millionen fr. in bar zu-gunsten der Kolonialbank ausbezahlt hatte. Diese Einzahlungensollten die Schuld der Bank gegen das Kontor vermindern; sieführten aber zu einer Übertreibung der Ziehungen (emissions) aufdas Kontor und so zu einer ganz enormen Steigerung der Schuld andas Kontor. Am 30. YI. 1896 besaß das koloniale Schatzamt für6,2 Millionen fr. Noten der Bank von Reunion, obwohl es nachministerieller Verordnung für höchstens 1,5 Millionen fr. Noten inseineu Kassen haben sollte. Man wagte damals nicht, die sofortigeRückzahlung dieser Noten zu verlangen, aus Furcht, die so wieso gefährliche Lage der Bank von Reunion noch mehr zu ver-schlimmern. Lieber tauschte man die Noten gegen röcepissesd'especes aus uud bereitete so ihre Rückzahlung vor. Seit 1899herrschen wieder normale Zustände.
Die hohen Wechselkurse und die durch sie veraulaßte starkeAnsammlung von Banknoten im kolonialen Schatzamt warenAusnahmeerscheinimgen (trotzdem sie iu Krisenzeiten ziemlichregelmäßig wiederkehrten), da sie mit der Krise wieder ver-schwanden. Aber für den Rimessenmangel in Zeiten einer wirt-schaftlichen Krise war es doch sehr bezeichnend, daß die Bankvon Martinicpie 1895 uud die Bank von Guadeloupe 1896 ihrenSchuldnern aus prets sur recolte die Verpflichtung auferlegte,alle ihre Tratten auf Frankreich zum Parikurse an die Bank ab-zugeben. Dagegen mußten die Banken all den Lieferanten vouTratten, welche die Vermittlung und Unterstützung der Banknicht brauchten, mindestens l U des beim Verkaufe ihrer Trattenund Anweisungen erzielten Prämiengewinns versprechen. Trotz-