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Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
Entstehung
Seite
91
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3. DIE TÄTIGKEIT DER KÖLOXIALBAXKEN.

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4. Kapitel.

ERGEBNISSE DER KOLONIALBANKTÄTIGKEIT.

Wir sind hier am Schlüsse unserer Erörterungen über dieEntwicklung der 5 alten Kolonialbanken und ihrer Geschäfte. Es-gilt nun das Fazit zu ziehen aus ihrer Banktätigkeit. Wir fragen:Welches waren ihre Wirkungen auf die Kolonien?" uuddann:Welches war das Ergebnis für die Aktionäre der Bank selbst?' 1

§ 19.

DAS ERGEBNIS FÜR DIE KOLONIEN.

Kapitalmangel und vorherrschender Außenhandel, dazu eine-passive Handelsbilanz, waren die Hauptursachen des starken Kre-ditbedürfnisses der Kolonien gewesen; sie hatten seinerzeit zurGründung der Kolonialbanken geführt. Was ist in dieser Be-ziehung erreicht worden?

Die passive Handelsbilanz der Kolonien ist nicht beseitigtworden. Das hing zusammen mit der monoculture und demabsenteisme der Kolonien. Die ganze Tätigkeit der Kolonien be-schränkte und beschränkt sich bis heute auf die Produktion fast-nur eines Produktes (monoculture), und zwar eines für den Exportbestimmten Produktes, sodaß Manufaktur waren und Lebensmittelnach wie vor eingeführt werden müssen. Eine Kapitalbildung warunter solchen Umständen in der Kolonie eine Unmöglichkeit. DieKolonialbanken haben die Umwandlung der kleinen Zuckerraffi-nerien in große Fabriken gefördert und dadurch die Zuckerproduk-tion gesteigert; 1 ) sie haben durch ihre Erntedarlehen versucht,auch Kaffee, Vanille und andere Kulturen zu unterstützen; aberihr Ziel, die Verbesserung der Zahlungsbilanz, haben sie nicht er-reicht. Die passive Handelsbilanz war in guten Jahren nur die-Folge einer falschen Bilanzaufstellung, da der Export der Koloniezu seinem Preise am Verladungsorte berechnet wurde, der Ver-kaufspreis am Ankunftsorte aber jenen mindestens um die Kostender Versendung und Versicherung überstieg. Aber jeden Gewinn,,

') Denizet a. a. 0. S. 165.