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Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
Entstehung
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I. DIE FÜNF ALTEN KOLONIALE ANKEN.

erreichte gegen ein Maximum von 8,1 Millionen fr. (1895) inMartinique, 8,7 Millionen fr. (1902) in Guadeloupe , 2,5 Millionen fr.(1904) in Guyane und 1,1 Millionen fr. (1891) in Senegal .

§ 18.DIE DEPOSITEN.

Neben dem Notenumlauf war der Kontokorrentverkehr einGradmesser für den Kredit, den die Kolonialbanken genossen.Von allen Kolonialbanken wies in der Regel die Bank vonGuadeloupe die höchsten Kontokorrentziffern auf, trotzdem dieKontokorrenteinzahlungeu bei dieser Bank von 71,8 Millionen fr.18S3/4 vor Ausbruch der Zuckerkrise auf 31,6 Millionen fr.1903/4 gesunken sind, d. Ii. auf eine Höhe, die schon nach4 Geschäftsjahren (1856) von der Bank fast erreicht worden war.

Die Bank von Senegal hat dem lokalen Handel erst 1867Kontokorrente eröffnet, was vielleicht ein Beweis dafür ist, daßauch dort erst die Banknoten den Boden für den Depositen-verkehr vorbereiten mußten. Daß gerade in der kritischen Pe-riode 1892/3 die Kontokorrenteinzahlungen bei der Bank vonReunion relativ hoch waren (27,4 Millionen fr.) zeigt, daßdas Vertrauen in die Bank nicht erschüttert war. Die Abnahmeder Kontokorrenteinzahlungen bei der Bank von Martinique 1 )sind der dortigen Geldknappheit zuzuschreiben; es zeigte sichhierbei, daß durch die Depositen im Gegensatze zu den Notendem Verkehr Umlaufsmittel entzogen werden, oder anders aus-gedrückt: daß bei steigendem Geldbedarfe der Notenumlauf zu-nimmt, die recepisses d'especes aber abnehmen, und zwar ausdem Grunde, weil Noten auch über den Betrag ihrer metal-lischen Deckung, recepisses nur im Betrage ihres metallischenGegenwertes in den Verkehr kommen können.

') Sie betrugen 1882/3: 71,4 Millionen fr.,1892/3:31.4 Millionen fr.,1902/3 :17,2 Millionen fr.