3. DIE TÄTIGKEIT DER KOLONTALBANKEN".
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Die Kassenscheine wurden von 1898/1903 durch jetons de nickel ersetzt.
Trotz der Kassenscheine war die Geldverlegenheit in denAntillen Ende der 90 er Jahre wohl infolge der Ausfuhr unddes gänzlichen Verschwindens der Scheidemünzen so groß, daßhei den täglichen Übertragungen von weniger als V« fr. dieKassenscheine zerschnitten und deren Teilstücke dem Verkäuferin Zahlung gegeben wurden, der dann am Abend den ganzenSchein wieder zusammenstellte, indem er die einzelnen Teilstückeauf ein Stück Papier zusammenklebte. 1 ) Einige Bedeutung hattenfür die Linderang der Geldnot in der Kolonie auch die recepissesd'especes, die, ähnlich wie die Kassenscheine, eine Einzahlung vonGeldmünzen, aber nicht beim kolonialen Schatzamte, sondern beider Bank voraussetzten. Wichtiger waren die Schecks auf dieKolonie, wie sie sich in Reunion seit 1901 entwickelt haben.Die im Laufe des Geschäftsjahres 1904/5 von der Bank vonReunion ausgestellten Schecks hatten einen Wert von 2,2 Mil-lionen fr. und ließen am 30. VI. 05 einen Saldo von 63 784 fr.
§ 17.
DER NOTENUMLAUF.
Die Schecks auf die Kolonie und die recepisses d'especesstehen den Noten der Banken gleich als sofort fällige Verbind-lichkeiten ; sie müssen deshalb mit eingerechnet werden in denNotenumlauf bei Berechnung seines gesetzlichen Maximums.Wenn wir das tun, haben wir festzustellen, daß der Noten-umlauf der Bank von Reunion von 1890 bis 1898 entgegen denStatuten das Dreifache des Metallbestandes der Bank überstieg,1895 sogar um den hohen Betrag von 1,4 Millionen fr.
Dieser hohe Notenumlauf war zum Teil die Folge der obenbesprochenen Notenansammlung im kolonialen Schatzamt. Dieanderen vier Kolonialbanken haben das gesetzliche Maximumihres Notenumlaufs nie überschritten. Der Notenumlauf waram größten in Reunion, wo er 189S fast 10,8 Millionen fr.
') Isaak. Parlam. Bericht 1898.