Druckschrift 
Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

I. DIE FÜNF ALTEX KOLONIALBANKEN.

ohne geringeren Gewinn zu erzielen als der Kommissionär oderfranzösische Kaufmann, und sie war jetzt sicher, einen starkenKundenkreis zu finden. Eine Bank konnte also helfen, ja nachdem Gesagten mußte sie helfen, wenn nicht alle Geschäfte stillstehen sollten. Allein eine reine Privatbank hätte, wenigstensfür den Anfang, das große Risiko des Kolonialkredits nicht tragenkönnen. Auch hätten ihr die nötigen Betriebsmittel gefehlt.Wirkliche Hilfe versprach in dieser Lage nur die Errichtungeiner staatlich unterstützten Notenbank, die zugleich Diskont-und Darlehensbank sein mußte, wenn sie allen Geldbedürfnissenund Kreditansprüchen der Kolonie genügen sollte.

In diesem Sinne ist der französische Gesetzgeber auch vor-gegangen. Wie groß die Not war, zeigt die Tatsache, daß inden Antillen nicht gewartet werden konnte, bis die französischeNationalversammlung die Errichtung von Kolonialbanken be-schlossen hatte. Die Generalkommissare der französischen Re-publik in den Antillen sahen sich vielmehr genötigt, schon imOktober 1849 in Martinique und Guadeloupe sowie in ReuniouWarenlombardbanken einzurichten und sie zur Ausgabe vonKassenscheinen mit Zwangskurs zu ermächtigen, die gedecktwaren durch Anweisungen des kolonialen Schatzamts, in Reuniondurch Hinterlegung von Waren. Nichts illustriert den Wandelder Verhältnisse seit 1831 deutlicher als dieses.

Die eben erwähnten Institute hatten nur provisorischenCharakter, ihre guten Erfolge zeigten aber, daß man mit ihnenauf dem rechten Wege war.

Zweiter Abschnitt.DIE ERRICHTUNG DER KOLONIALBANKEN; IHR WESEN.

1. Kapitel.§ 3.

DIE KOLONIALBANKGESETZGEBUNG VON 1849190:5.

Als man 1849 an die Errichtung der französischen Kolo-nialbanken ging, war zuerst die Erage zu lösen, wie man das