DIE
EINLEITUNG.
Kolonialbanken sind Bauken, die in den Kolonien arbeiten;sie sind Institute des kolonialen Kredits. Daß sie eine besondereArt von Banken bilden, kommt scbon in der Terminologie derverschiedeneu Kolonialvölker mehr oder weniger deutlich zumAusdrucke. England z. B. unterscheidet scharf zwischen denDepositenbanken einerseits, die es vermeiden, außerhalb Englands Filialen zu gründen, und den foreign and colonial banks anderer-seits. 1 ) In Deutschland nennt man die Banken, welche in derHauptsache das Auslandsgeschäft betreiben, Überseebanken ohnegenauere Unterscheidung, ob diese nun in fremden Ländern oderin Kolonien des Heimatsstaates arbeiten. 2 ) Auch Frankreich hatin diesem Sinne Überseebanken, z. B. in Ägypten, Mexiko, Haiti ,China und in seinen eigenen Kolonien. Die in den französischenKolonien tätigen Banken sind entweder Filialen einer größerenBank des Mutterlandes oder es sind Banken, welche ihre aus-schließliche oder doch hauptsächliche Tätigkeit in den Kolonienentfalten, was beispielsweise darin zum Ausdruck kommen kann,daß die Bank ihren Sitz in der Kolonie hat.
Die französische Theorie 3 ) bezeichnet nun mit banquescoloniales nicht schlechtweg alle in den Kolonien bestehendenselbständigen Banken, sondern banques coloniales heißen nurdiejenigen in den Kolonien errichteten Kreditinstitute, denen
>) Weber S. 43.a ) Häuser S. 1.
3 ) Denizet a. a. 0., Renand a. a. 0.