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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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§ 2. DER ZUSTAND DER METALLVALUTA ZU AUSGANG DES 18. JAHRH. 19

34 Maravedis bildeten wie bisher die Münz - und nach 1799 auchdie Rechnungseinheit, den Realen de Vellon. 1)

Für die platischen Beziehungen des spanischen Geldes zumMetall führen wir die nach dem Jahre 1786 herrschenden Ver-hältnisse an, da in der Zeit von 1772-1786 namentlich mitRücksicht auf den Auslandsverkehr darin sehr bedeutende Ver-änderungen vorgenommen wurden.

Wie aus dem Münzfuß ersichtlich ist, bestand zwischenden großen und kleinen Silber- und Goldmünzen durchaus keineProportionalität des Gewichtes. Auch bei den Kupferstückenbestand kein reines Gewichtssystem, denn es wurden aus derMark à 4608 Granos 2) 38 Stück zu 8 Maravedis, 85 Stück zu4 Maravedis, 187 Stück zu 2 Maravedis und 408 Stück zu1 Maravedi hergestellt.

Später prägte man in den Jahren 1819-1838 in den beidenKupfergeld- Münzstätten von Jubia und Segovia gleich prokla-mierte Kupferstücke mit ganz verschiedenem Gehalt aus, einBeweis, wie wenig man in Spanien damals auf den Gehalt dernotalen Münzen sah, gleichzeitig aber, wie wenig Wert man aufEinheitlichkeit im Geldwesen legte. 3)

1) Der größte Teil des spanischen Reiches umfaßte die kastilischeWährung. Daneben bestanden noch einige Provinzialwährungen, z. B. inAragonien, Catalonien, Mallorca, Navarra und Valencia , die aber nur auffrüher effektiv dargestellten Rechnungsmünzen und auf Kupfermünzenbasierten. Zahlungen waren gesetzlich immer nur in denjenigen Gold-und Silbermünzen zu leisten, die der Staat wirklich für das gesamte Reichausgeprägt und in Kurs gelassen hatte. Deshalb soll hier nur von derfür Spanien maßgeblichen Währung, der kastilischen, gesprochen werden.Von dem Gelde der spanischen Provinzen werden nur die katalonischenKupfermünzen und Kupfergeldnoten später behandelt, da diese Geldartenim 19. Jahrhundert allein von dem Provinzialgelde Spaniens einen breitenRaum in der Zirkulation einnahmen.

2) Die kastilische Mark( 230,0465 g) blieb bis zum Jahre 1861Gewichtseinheit für die Münzprägung. Die Mark war eingeteilt in 8 Unzen,die Unze in 8 Ochavas, die Ochava in 6 Tomines, der Tomin in 12 Granos,die Mark hatte also 4608 Granos.

3) In Jubia wurden 1819-1838 aus der Gewichtseinheit Kupfers422/3 Stück zu 8 Mrs. 85/8 Stück zu 4 Mrs.

geprägt:

1702/ s

وو

2

27

وو

34113

ג,

وو

1 Mr.

2*