274 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
den Jahren 1899 bis 1905. Von dem Ideal der Goldmetallistenhatte man sich sehr weit entfernt, die Notalisierung des Geld-umlaufs hatte weitere Fortschritte gemacht, und Gold war undist noch immer in den Kassen der Bank eingesperrt.
Viel mehr wirkten auf einen günstigeren Kursstand derPeseta die Goldzölle und die dadurch ermöglichte Devisenpolitikdes Staates als alle früheren Maßnahmen mit der Tendenz, denNotenumlauf zu reduzieren oder durch Golddeckung zu garan-tieren und die Barzahlungen herbeizuführen.
Die seit 1906 betriebene Kursregulierung, welche fürSpanien ganz neu war, hatte, wie die Folgezeit zeigte, die Währungs-frage am besten gelöst. Da man wirtschaftlich und finanziellnoch nicht stark genug war, um einen Paristand mit dem Frankenerreichen und die Goldwährung aufrecht erhalten zu können,muẞte man sich mit dem begnügen, was überhaupt zu erlangenwar, mit einer gewissen Stabilisierung der Wechselkurse.
Aus dem großen Projekt Villaverdes vom Jahre 1903 hatteman diejenigen Vorschläge akzeptiert und in die Tat umgesetzt,die sich praktisch verwirklichen ließen und Erfolg haben mußten:Erhebung der Zölle in Gold, Verständigung des Staates mit der Banküber eine einheitliche Leitung der Währung und Devisenpolitik.
Dagegen war seit dem Jahre 1906 in folgender Frage einUmschwung in der Währungspolitik eingetreten: In der Zeitvon 1899 bis 1904 wollte die Regierung um jeden Preis einrestauratorisch beschlossenes Pari der Peseta und des Frankenherbeiführen und Gold möglichst bald in Zirkulation setzen.Jetzt kam es dem Staate weniger auf eine Senkung des Franken-kurses überhaupt als vielmehr auf seine Befestigung an. Umstarke Oszillationen des Kurses von Tag zu Tag zu vermeiden,verkaufte das Schatzamt mit einer gewissen Ökonomie Devisenund hielt es für zweckmäßig, nicht akzidentiell und episodischwie etwa im Jahre 1904 Goldgeld abzugeben, sondern ständigden Frankenkurs zu beaufsichtigen, permanent Devisen zu ver-kaufen und den Kurs nur dann langsam zu senken, wenn esdie wirtschaftlichen Verhältnisse gestatteten.
Die Erfolge dieser Währungspolitik zeigten sich bald. Aus-ländisches Kapital floẞ Spanien nach dem Aufhören der gewaltigen