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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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269
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ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEN UMTHEIL. UND DEN NEUVERLOOS. 2(19

alten Parzellen ruhig behalten. Was die anderen anbelangt, sohilft man sich dadurch, dass man von der Zuweisung der An-tlieile durch das Loos, Avelche in Verbindung mit dem üblichenGewannverfahren unter solchen Umständen nicht statthaft ist,absieht, sondern vielmehr einzelne Wirthe aussucht, von denenjeder vor der Umtheilung so viel Land hat, wie der anderenach der Umtheilung bekommen soll, und sie zum gegenseitigenAustausch ihrer Parzellen zwingt; der Wirtli A hat meinet-wegen vor der Umtheilung vier Loose und nach derselben soller zwei Loose haben; umgekehrt, besitzt der Wirtli B, welchernach der Umtheilung vier Loose haben soll, vor der Umtheilungnur zwei Loose; tauschen nun die beiden Wirthe ihre Parzellenum, so ist der Zweck der Umtheilung erreicht, ohne dass dieGemengelage gesteigert sei, und doch ist der allgemeine Um-tausch der Parzellen unter allen Wirthen vermieden worden.

Auf diese Weise umgeht mau oft in Süd-Deutschland dieNothwendigkeit der Neuverloosung aus Anlass der Umtheilungender Allmend, namentlich da, wo die Allmendberechtigung nachden Altersklassen verschieden normirt ist: soll ein Wirtli aus einerniederen in eine höhere Klasse übergehen, so wird ihm nichtdie Differenz zugewiesen, sondern seine alte kleine Parzelle miteiner grösseren umgetauscht. Auch in Russland wird das Ver-fahren bei partiellen Umtheilungen vielfach angewendot.

Kann der Umtausch nicht unter zwei Wirtlien zustandekommen, so werden drei und mehr Wirthe einbezogen: derWirtli A bekommt z. B. die Parzellen von B ; B bekommt dievon C und dem Wirthe C Averden die Parzellen von A über-Aviesen u.s.av. Es werden zmveilen noch complicirtere Operationenvorgenommen, wobei auch der Umstand ausgenutzt Averden kann,dass die Parzellen der einzelnen Wirthe nebeneinander liegen;man stelle sich z. B. folgenden Fall A r or: der Wirtli A hat vorder Umtheilung zAvei Loose, nach der Umtheilung soll er dreiLoose haben; der Wirtli B, dessen Parzellen neben denen vonA liegen, hat vor der Umtheilung drei Loose, nachher bekommter fünf Loose; der Wirtli C hat vor der Umtheilung sechsLoose, von denen er nur drei zu behalten hat; da lässt man