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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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ANHANG III.

Ausgleichung vermittelst des Umtausches der Parzellen kräftigt,bewirkt, dass Neuverloosungen häufiger vorgenommen werden.Die Wirksamkeit des ersten Factors zeigt sich in dem Einflüsse,welchen das Yertheilungssystem auf die Häufigkeit der Neu-verloosungen ausübt; wir haben gesehen, dass die Annahmeder Yertlieilung nach der Leistungsfähigkeit häufigere allgemeineund partielle Umtheilungen bedingt; die Umtheilungen führenaber zur Gemengelage; infolgedessen werden die Neuverloosungenin den Gemeinschaften, welche nach der Leistungsfähigkeittheilen, in kürzeren Zwischenräumen vorgenommen als in den-jenigen, wo die Vertheilung nach dem Bediirfniss üblich ist.So machen z. B. im Kreise Kusnetzk die Gemeinschaften, welchenach der Leistungsfähigkeit vertheilen, in der Gruppe der Ge-meinschaften, wo Neuverloosungen gar nicht üblich sind, 5,9 °/oaus; in der Gruppe, wo Neuverloosungen nicht häufiger als inzehn Jahren einmal vorgenommen werden, 11,1 °/o; da, wo Neu-verloosimgen in Zwischenräumen von 5 bis 10 Jahren stattfinden,18,8 o/o; da, wo sie in Zwischenräumen vo 1 bis 5 Jahren vor-genommen werden, bereits 61,1 °/o und schliesslich da, wo jähr-liche Neuverloosungen üblich sind, ganze 76,8 °/o.

Die Bedeutung des Strebens nach genauerer Ausgleichunglässt sich daraus ersehen, dass die Neuverloosungen in denGemeinschaften häufiger sind, wo die Bodenbeschaffenheit derGemarkung von grösserer Mannigfaltigkeit ist; zum Beleg willich den statistischen Mittheilungen über den Kreis Kusnetzknachstehende (S. 279) Tabelle entnehmen.

Auf die Wirkung desselben Motivs ist wohl auch zurück-zuführen, dass die landreichen Gemeinschaften verhältnissmässiggeneigt zu sein scheinen, Neuverloosungen häufiger vorzunehmen.Durch die Wirkung beider Momente ist schliesslich der Einfluss,welchen die Grösse der Gemeinschaft auf die Häufigkeit derNeuverloosungen ausübt, zu erldären: grössere Gemeinschaftenhaben ceteris paribns grössere und folglich weniger gleich-artige Gemarkungen; sie sind auch für die Entwicklung der Ge-mengelage zugänglicher; deshalb werden in grösseren Gemein-schaften Neuverloosungen verhältnissmässig oft vorgenommen.