ÜBER DIE HÄUFIGKEIT DER UMTHE1LUNGEN UND DER NEUVERLOOS. 277
oder seltener vorgenommen wissen will; denn hier spielen diegrösste Rolle rein technische Momente, die eher eine Berechnungzulassen, als die vielfach nicht genau bestimmten und im Vorauswohl gar nicht bestimmbaren Vortheile und Nachtheile unddie socialpolitischen Interessen, welche bei der Umtheilung inFrage kommen.
Sehr bezeichnend für die Motive, welche die Festsetzungdes Termins für die nächste Umtheilung bestimmen, ist diebereits oben hervorgehobene (S. 40) Thatsache , dass in sehrvielen Fällen die Umtheilung nicht zu diesem Termin, sondernfrüher oder später erfolgt.
ln der Frage nach der Häufigkeit der Neuverloosungenstehen wir auf einem sichereren Boden: es können nämlich auchstatistische Beobachtungen, insbesondere aus süd-russischenFreisen , herangezogen werden.
ln dem Falle, wo die Neuverloosungen an dem 'Wechselder Sonder- mit der Gemeinnutzung der Grundstücke hängen(vgl. oben S. 56), ist die Frage nach den Momenten, welcheihre Häufigkeit bestimmen, nicht schwer zu beantworten. DieNeuverloosungen rverden so oft vollzogen, wie im Wirthschafts-turnus die Gemein- mit der Sondernutzung abwochselt. Wirdjährlich ein Tlieil der bisher gemeinschaftlich benutzten Flächein Sondernutzung ausgetheilt, so finden jährliche Neuverloos-ungen statt (wobei nur dieser Schlag neuverloost wird). Wird,wie z. B. häufig in Süd-Russland, das eben umgebrochene Grund-stück mehrere Jahre hintereinander ohne Unterbrechung bebautund erst nach Ablauf dieser Periode das erschöpfte Land dreeschliegen gelassen und ein neues Stück der Gemarkung zur Urbar-machung ausgetheilt, so werden die Neuverloosungen in ent-sprechend grösseren Zeitabständen vorgenommen.
Viel complicirter ist die Frage da, wo die Neuverloosungenihre anderen Functionen zu erfüllen haben. Da hängt ihreHäufigkeit von einer Masse von Momenten ab. Fassen wir zunächstdie positiven, die aus den Aufgaben der Neuverloosung sichergebenden ins Auge. Alles, was die Entwicklung der Gemenge-lage fördert; alles, was das Bedürfniss nach einer genaueren