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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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273
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ÜBER DIE HÄUFIGKEIT DER UMTHEILUNGEN UND DER NEU VERLOOS. 273

Werth darauf legt und genau aufpasst, kann die Umtheilungauch so durchgoführt werden, dass die Neuverloosung ohnegrossen Schaden ausbleiben kann. Wir sind also berechtigtzum Schluss, dass es Feldgemeinschaften geben köime, wo Um-theilungen zulässig sind und auch thatsächlich vorgenommenwerden, wo aber keine Neuverloosungen stattfinden.

III.

ÜBER DIE HÄUFIGKEIT DER UMTHEILUNGEN UNDDER NEUVERLOOSUNGEN.

Es wäre sehr interessant, die Motive aufzudecken, welchedie Häufigkeit der Umtheilungen und der Neuverloosungen be-stimmen. Leider bieten die Beobachtungen, über die wir ver-fügen, fast gar keine Anhaltspunkte dazu dar. Der Umstand, dassdie Umtheilung gewöhnlich von einer Neuverloosung begleitetwird, hat einerseits bewirkt, dass die meisten Beobachter diesebeiden so wesentlich verschiedenen Functionen des feldgemein-schaftlichen Organismus nicht gut zu unterscheiden wissen;andererseits erschwerter ungemein jeden Versuch, das Problemstatistisch zu lösen. Allerdings, wenn die Materialien besser ge-sammelt wären, hätte man schon den Versuch wagen können,davon ausgehend, dass, wenn auch die Umtheilung in der Regeleine Neuverloosung mit sich zieht, doch die Neuverloosung ihrer-seits eine Umtheilung nicht voraussetzt. So aber, wie dieMaterialien jetzt beschaffen sind, wo wir vielfach nicht einmalgenau foststellen können, wovon die Rede ist, ob von einerUmtheilung oder einer Neuverloosung, sind wir fast ausschliess-lich auf Deduction aus den psychologischen Prämissen, die wiroben gewonnen haben, angewiesen. Abei' auch auf diesem Wege istdie Gefahr, zu irren, sehr gross, namentlich weil die Functionender allgemeinenUmtheilung auch von den partiellen Umtheilungenerfüllt werden können. Mit diesem Vorbehalte lasse ich dasWenige, was ich zusammenzubringen vermochte, folgen.

T s c h u p r o w, Feldgemeinschaft.

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