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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
Entstehung
Seite
249
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ANHANGE.

i.

ÜBER DIE METHODEN DER LANDVERTHEILUNG.

Das Problem, das durch die Theilungsmethoden gelöstwerden soll, lässt sich in folgender Weise forimüiren. Gegeben:die concrete Gemarkung der Feldgemeinschaft (der Einfachheithalber wollen wir im weiteren annehmen, dass es sich um dasAckerland allein handelt, was schon deshalb zulässig ist, weilGrundstücke verschiedener Nutzungsart fast ausnahmslos fürsich vertheilt zu werden pflegen) und die Grösse der Berech-tigungen aller Genossen. Es wird gef ordert: für alle Genossen ihrenRechtsansprüchen entsprechende Grundstücke in der Gemarkungauszuscheiden. Das Problem lässt zwei Hauptlösungen zu. Eskann entweder die Herstellung der technischen Identität oder dieder ökonomischen Gleichwerthigkeit der Güter angestrebt werden.

Das erstere wird auf dem bekannten Wege der Gewann-bildmig erreicht. 1 ) Man zerlegt die Fläche in Grundstücke, welche

*) Von einigen Wirthschaftsliistorikern wird die Zurückführung derGewanne auf das Problem der Vertheilung als zu rationalistisch zurück-gewiesen. Der alten Olufsenschen Erklärung der Gewanne wird vor-geworfen, es sei weder die Stellung des Vertheilungsproblems, noch dieLösung desselben in dieser feinen und praktischen Weise im Momentedes Ueberganges vom Nomadenthum zum Ackerbau möglich; ausserdemspreche gegen die Theorie, dass nicht immer alle Parzellen im Gewanneeinander gleich sind, sowie dass einzelne Besitzer mitunter nicht in allenGewannen betheiligt sind. Man will vielmehr die Gewanne auf demWege der allmählichen Urbarmachung der Gemarkung (Denman Ross ;Knapp) oder durch die Cooperation beim Pflügen (Seebohm) entstanden