VORWORT.
Es gibt wenig wissenschaftliche Probleme, wo die ana-lytische Thätigkeit. des Systematikers mit dem Sammelfleisse desBeobachters so schlecht Schritt gehalten hat, wie beim Studiumder Feldgemeinschaft. Die Fülle der Einzelbeobachtungen istüberwältigend. Im Europäischen Russland allein haben die sta-tistischen Erhebungen der Zemstwo (Selbstverwaltungskörper)mehr als 200 Kreise mit über 60000 Gemeinschaften umfasst; imLaufe der 80er und 90er Jahre sind von der russischen Regierung-statistische Beschreibungen West- und Ost-Sibiriens und Trans-baikaliens veranstaltet worden; aus Gegenden, auf welche sichdie Untersuchungen der Zemstwo und der Regierung nicht er-streckt haben, liegen zahlreiche Schilderungen von Einzelforschernvor. Das Beobachtungsfeld dehnt sich aber weit über die Grenzendes europäischen und asiatischen Russlands hinaus. Im letztenViertel des XIX. Jahrhunderts hat man, angeregt hauptsächlichdurch die Arbeit von Laveleye, alle Länder Europas nach dennoch vorhandenen Resten der feldgemeinschaftlichen Organi-sationen durchsucht und viele interessante Thatsachen ans Lichtgebracht. Ferner sind von den Engländern in Indien und vonden Holländern auf Java umfassende Beobachtungen angestelltworden. Diese reichhaltigen Materialien sind aber theoretischnur sehr mangelhaft verwerthet. Es herrscht, namentlich inFragen der Dogmatik, eine ausserordentliche Verwirrung: Avesens-versc-hiedene Functionen Averden verwechselt, stark von einanderabAveichende Formen Averden nicht unterschieden. Das hatnatürlich auch auf die Qualität der Beobachtungen selbst Rück-Avirkung: insbesondere leiden darunter die Schilderungen derindischen Verhältnisse; oft ist man gar nicht im Stande, den-selben ein sicheres Bild zu entnehmen, so verworren sind dieBegriffe, mit denen operirt Avird. Eine Aveitere Vervollkomm-