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nung der Beschreibung ist nur möglich, wenn man durch Ana-lyse des bereits vorhandenen Materials der Beobachtung einesichere theoretische Grundlage schafft. Diese Aufgabe stelltsich die vorliegende Schrift. Es werden hier Probleme be-handelt, welche man als morphologische bezeichnen kann. Imersten Abschnitte werden die feldgemeinschaftlichen Organi-sationen in ihrer Structur dargestellt, die einzelnen feldgemein-schaftlichen Punctionen entwickelt und eine Ivlassification derFormen der Feldgemeinschaft versucht. Im zweiten Abschnittewerden die entwicklungsgeschichtlichen Beobachtungen aus den-selben Gesichtspunkten betrachtet; es werden liier, da es sichzeigt, dass der Entwicklungsgang der Feldgemeinschaft nichtauf eine einheitliche Formel zurückgeführt werden kann, dieverschiedenen typischen Verläufe der Entwicklung in ihrenwesentlichen Zügen geschildert. Schliesslich werden im drittenAbschnitte die feldgemeinschaftlichen Formen, welche im erstenAbschnitte, aus ihrem natürlichen Zusammenhänge mit den be-stehenden Lebensverhältnissen gerissen, in ihren begrifflichenBeziehungen zu einander betrachtet werden, in ihrer Anpassungan das „Milieu“ untersucht,
In einer solchen morphologischen Studie sollte eigentlichdas geographisch-statistische Element den Hintergrund bilden.Leider sind die gegenwärtig vorhandenen Beobachtungen sobeschaffen, dass sie höheren Ansprüchen nach dieser Seite hinnicht genügen. Begriffe und Nomenclatur sind gar nicht aus-gebildet; es gibt kein einheitliches Beobachtungsprogramm, dereine Beobachter betont mehr diese, der andere jene Seite,wobei alles Uebrige im Schatten bleibt; aus vielen Gegendenfehlt es überhaupt an zuverlässigen Beobachtungen. Von einemzusannnenfassenden Vergleich, von einer irgend wie sicherenAngabe der Verbreitungsgrenzen, worauf es ja bei der geo-graphisch-statistischen Betrachtung hauptsächlich ankommt, kannvorläufig keine Bede sein. Unter diesen Umständen wird eineumfassende Zusammenstellung der Quellenbelege sachlich ziem-lich werthlos, sie behält ihre Bedeutung nur, soweit sie späterenForschern ihre Aufgabe erleichtert. Da nun meine Quellen-