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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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rühmten Autoren manchen kaum je beachteten kennen lernen. Ichmöchte schon hier auf die Neuentdeckung Laus verweisen. Umeine möglichst strenge Abgrenzung der alten Kameralisten vor-nehmen zu können, müssen wir die Werke der verschiedenstenSchriftsteller prüfen, von denen mancher auszuscheiden hat, sovermag aber die Arbeit einen Überblick über die ganzewirtschaftliche Literatur dieser Zeit zu geben. BiographischeNeuigkeiten will das Buch nicht mitteilen, wenn es natürlich auchdie neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigt hat. Aber eswar nicht die Absicht des Verfassers, Archivstudien zu treiben,weil mehr die ökonomische als die historische Seite des Stoffesbetont werden sollte. Häufige Zitate, die im Urtext und in der altenOrthographie wiedergegeben werden, sind hier unumgänglich. Diesebeiden Teile erscheinen als erster Band.

Der dritte Teil wird den zweiten Band bilden, der spätererscheinen soll. Wenn auch der erste Band durchaus in sich abge-schlossen ist, soll dieser zweite der Extrakt des Ganzen sein.Er soll uns die Kameralisten vereint, nach systematischen Gesichts-punkten geordnet zeigen. Wir müssen nur dabei dessen eingedenksein, daß die Kameralisten als Praktiker keine theoretischenFormulierungen aufstellen wollten, obwohl sie wie es natür-lich ist manche Behauptung in eine theoretische Form kleideten.Wenn wir sie also hier gemeinsam betrachten, werden wir imGegensatz zu der Behandlung im zweiten Teil, wo sie sprachen es sein, die von unserem Standpunkt aus schauen: wir suchennach unseren Ideen in damaliger Zeit. Hier werden wir dennauch kritisch sein können, da wir mit unseren Maßen messenund frei von jedem Relativismus sein wollen. Erst an dieser Stellewerden wir zu manchen Problemen ausführlich Stellung nehmenkönnen, so z. B. zu der Geld- und Handelsbilanzauffassungdie wir in den ersten Teilen kürzer behandeln mußten. Noch eineFrage soll hier gelöst werden, soweit es möglich ist: wie großdie Wirkung der kameralistisclien Lehren vornehmlich auf diePraxis war. Es könnte dann festgestellt werden, ob die altendeutschen Kameralisten das deutsche Wirtschaftsleben nachhaltigbeeinflußt haben. Damit dürfte die Geschichte der alten deutschenKameralisten erschöpft sein.

Es ist selbstverständlich, daß eine dogmenhistorische Arbeitdie umfangreichste Literaturkenntnis verlangt. Die benutzten Werkeund Aufsätze sind größtenteils aus den Anmerkungen und denExkursen ersichtlich. Ich beabsichtige, dem zweiten Band eine