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heimischen zurückzutreten. So war es in deutschen Städten wiein denen der andern Staaten. Auf Grund dieser Ähnlichkeitennennt Schmoller diese Periode die der Territorialwirtschaft,die aber von Below mit Recht bekämpft wird. Es fehlten jenerÜbergangszeit wirtschaftlich zu viel Charakteristika, um als eigeneStufe zwischen Stadt- und Volkswirtschaft gelten zu können.»Man darf von einer Territorialpolitik, nicht aber von einerTerritorialwirtschaft sprechen. Wenn man die Perioden derWirtschaftsgeschichte je nach dem einflußreichsten Faktor in derWirtschaftspolitik bilden will, so mag Schmoller recht haben.Allein die Berechtigung eines solchen Verfahrens ist zu bestreiten ...Mit dem 16. Jahrhundert beginnt eine Wirtschaftspolitik der Landes-herren. Aber die mittelalterliche Stadtwirtschaft bleibt im wesent-lichen bestehen. Man könnte die Zeit: Periode der Stadtwirtschaftunter landesherrlicher Leitung im Gegensatz zu der Periodeder Stadtwirtschaft unter städtischer Leitung nennen.« Belowmeint ferner, die gewerblichen Produktionen und der Austauschder Waren behalten in der ersten Zeit den alten Charakter, wennauch daneben Großindustrie und Großhandel erscheinen. »DieTerritorien sind sämtlich nicht groß genug, die meisten viel zuklein, um eine Territorial Wirtschaft möglich zu machen« 24 ). Belowsund Schmollers Behauptungen gelten hauptsächlich für Deutsch-land . Aber gerade deshalb ist Schmoller im Unrecht, denn esist nicht angängig, Wirtschaftsstufen nur für ein Land aufzu-stellen. Wenn Below sagt, daß man bestimmte wirtschaftlicheEpochen nicht nach dem »einflußreichsten Faktor in der Wirt-schaftspolitik« 26 ) nennen darf, hat er recht, was die Wirtschafts-stufen angeht, deren Kriterium die Gestaltung des Aufbaus derWirtschaft sein muß*). Die Bewegung des Merkantilismus warnicht nur ökonomisch bedingt, ein Parallelismus zwischen ihmund einer dieser Stufen läßt sich deshalb nicht konstruieren.Die Entstehungszeit des Merkantilismus bildet ein Über-gangsstadium. Noch herrschte die aus dem Mittelalter über-kommene Stadtwirtschaft, aber man wollte aus den engenFesseln der Stadt hinaus zur Weite des Staates; das ist ja diespezifisch merkantilistischeTendenz: Volkswirtschaften zuschaffen. Dazu mußte erst die Stadtwirtschaft überwunden werden.
’) Vgl. den Excurs im Anhang.