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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
Entstehung
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ich, »das jhr handtirung darauff gevleissiget / und geordent ist /das sie die wahr von jhnen abfüren / und das reichtumb / als geltvon uns« aussaugen und an sich bringen, aber wir kaufen dafürunnütze Dinge. Als Dank erhalten wir schlechte, wertlose Münzen.Daraus ersieht man, welchen Nutzen der Handel und die unnützenausländischen Waren unseren Landen gebracht haben. Alles U n-glück stammt also von der zu guten Münze und dem Handelmit ausländischem Tand; das will er zum Schluß noch einmalbetonen: »Das der überigen wirdigen wert der Müntz / und auchdie unnotturfftigen gewerbe / und handelung der auslendischenWahr / so man wol entraten mag / diesen landen der Chur /und Fürsten zu Sachssen / und den unterthanen / jn gemein ainenöffentlichen und sichtlichen vorderben und schaden zufügen«. Da-mit soll aber der ordentliche Handel und das Gewerbe nicht ge-troffen werden, nur jener Handel, wodurch der Reichtum der gutenMünze fortgeführt und schlechte Münze mit »tantwerg« herein-gebracht wird. So werden die unvermögenden, fremden Landereich, wir aber Bettler: »dann aus gülde und groschen seindbey uns pfennige worden«, und wo tausend hätten zu gutemAuskommen gelangen können, wird kaum einer gefunden.Fast mit denselben Worten argumentierte Luther gegen die Geld-ausfuhr. Es muß diese Schrift über die Münze, wenn auch dieGegner nicht schweigen oder sich bekehren werden, doch dazu dienen,ihre meisterhafte Torheit zu offenbaren, »auff das yhr ding nicht einschein behalte/als sey es gut/ und recht/Wie auch der Salomon sagtynn Sprüchen /Antwort dem narren /das er sich nicht klug düncke.«

3. Apologia und vorantwortung/ des / waswider das Büchlein der gemeinen stimmen /im druck ausgangen.

Die Apologie, die der Albertiner sofort auf die An-griffe des Ernestiners veröffentlichte, enthält im wesentlichen die-selben Gesichtspunkte wie die »Gemeinen Stimmen«und antwortet dem Gegner in vornehmer, sachlicher Weise. Nocheinmal betont er energisch, welchen Schaden die schlechteMünze bringen würde, die alle Zinsberechtigten und damit dasganze Land schädigen würde. Wir sehen hier wieder, wie weitschon damals die Meinungen voneinander abwichen, und um wie-viel tiefer der Albertiner die Probleme durchdachte.