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Feinde, die Reich und Religion zu vernichten drohen, daher seider Krieg berechtigt. Die gute Aufnahme des Krieges liege »imGebet zu Gott, in der Busse, in reiflicher Ueberlegung und guterVorbereitung der dazu nötigen Menschen und Dinge« 8 ). Sie müssenso beschafft werden, daß der Feind nicht zuvorkommt, und zwargehören dazu: »Geld, Zufuhr von Futter und Getreide, ebensoWaffen, und was zu den Waffen gehört« 9 ), besonders wichtig aberist das Geld: »et quidem Pecuniam nervum belli esse satisconstat« 10 ). Auch er kennt den alten Satz vom Geld, demNerv aller Dinge: »Denn wo ein öffentlicher Schatz überhauptfehlt oder schwach und klein ist, dort fehlt natürlich die Grund-lage zum Kriegführen« n ). Der könne kaum ein tüchtiges, willigesHeer haben, dem es an Geld fehle, denn die Soldaten gehorchtenda besser, wo alles reichlich vorhanden sei. Deshalb sei für einenordentlichen und außerordentlichen Kriegschatz zu sor-gen« 12 ). Wenn man aber die Mittel nicht wüßte, würde keine derbeiden Kassen genügen. Diese Mittel sind zweierlei: »namaut pecunia cum onere subditorum, aut sine horum onere com-parari potest« 13 ).
Obrecht bespricht nun zuerst die belastenden Abgaben; erkennt hier vier Mittel. Zuerst die »Auflage von Steuern«(Indictio Tributorum 14 ). Sie ist durchaus gerecht, weil sie sehrnötig ist, und ohne sie das Reich und wir alle zugrunde gingen.Er verlangt nun aber — im Anschluß an Bodin — keine Personal-,sondern eine Sachbesteuerung: »non capita seu Personae, sedbona subditorum aestimantur« 15 ) und zwar nach dem Vermögender einzelnen in allen Ständen. Das zweite Mittel ist eine erhöhteSteuer: »Alter Modus est, Superindictum« 16 ), wo die andere nichtmehr ausreicht; das dritte, wenn »die jährlichen Einkünfte undAbgaben, Torgelder und Zölle erhöht werden« 17 ). Zu beachtenhierbei ist aber: »daß die Steuern nicht von den Dingen erhöhtwerden, ohne die der Mensch nicht leben kann, sondern eher vondenen, die . . . dem Luxus dienen« 18 ). Als Merkantilist forderter, daß die Zölle der zum Leben nötigen Waren bei der Ausfuhrerhöht, aber bei der Einfuhr ermäßigt würden, daß ferner die Ab-gaben jener Handwerker, die etwas einführten, erhöht würden,damit sie es selbst herzustellen lernten. Schließlich sollten die Zöllefür einzuführende Rohstoffe herabgesetzt werden, weil die Unter-tanen daraus mancherlei hersteilen und größeren Nutzen ziehenkönnten, da das fertige Werk an Wert den Rohstoff übertreffe.Daher müsse man die Rohstoffausfuhr verhindern. Ausdrücklich