auf den Edelmann, der auf die Stände, bis sie den Kaiser selbsttrifft. Was der Nahrungsmangel nicht an Bauern vertreibt, besorgendie Kriegswerbungen, »welche denen an sich selbst BetrangtenUnterthanen, Platz und Lußt gibt, sich Unterhalten zu laßen« 163 ).
Ähnlich schlimm steht es mit den Handwerkern, wofürPrag ein Beispiel bietet, dort »seind die Juden das Verderb-nis der Bürgerschafft Ursach, als welche daselbst auf die 2000gewölber haben, Vollgesteckt, Von allerhand Bürgerlichen Wahren,Und manufacturen, wodurch dann . . . die Bürgerschafft in solchabnehmen gerathet«. Dazu kommt der Schaden durch die fremdenWaren, die Zünfte, die in Monopole ausarten, die Störer, diekeine Kontribution entrichten. Vor allem sind die Kaufleuteschuld, die fremde Waren importieren und im Preis oft um50% differieren, dabei muß ein Betrug sein. Man hat »mehrVorkäuffer als Käuffer«, »sie sollen in grosso handeln, verkaufenaber in Pfunden« 164 ). Ebenso schädlich sind die Jahrmärkte unddie Vernachlässigung der »Passagie«: die Donau ist einer derbesten Flüsse Europas , und doch wird kaum Handel auf ihr ge-trieben, weil die Zölle zu hoch sind, denn »niemand gedencket,ein groschen, der in einem Jahr Zehnmal Kombt, mache mehr alsdrey groschen, so nur Einmal gegeben werden« 166 ). Immer wiederbetont Becher die Circulation des Geldes! Töricht wäre das Verbotfremder Waren, ehe man sie selbst herstelle. Sehr schwierig seiauch die Frage der Privilegien: »werden Keine gegeben, sowird niemand gefunden werden, welcher sich auf seine Kosten,eine sach zu introduciren verstehen wird, welche ihm sein Nachbaralsbald gratis nachthuen mag . . . Gibt Man aber ein Privilegiumso scheints ein monopolium zu seyn dieweil der Jenige, so der-gleichen privilegium hat, die Waaren geben mag, wie er will, alsoneben dem monopolio auch daß propolium hat.« Becher entscheidetsich aber doch für die Privilegien, nur müßte man sie auf bestimmteZeit erteilen und eine Abgabe dafür fordern 168 ); denn die Haupt-sache ist die Förderung der Manufakturen! Deswegendünken ihm alle Mittel recht, selbst der Luxus, wenn er dieheimische Produktion begünstigt: »Was nützet Ewer Kays. Mays.Und deroselben Erb Landen ein Reicher Mann, der 20000rthlr. in seiner Kisten Tod ligen hat Und sich hingegensechs Jahr mit einem alten Zerißenen Kleid Behilfft Und sein geltdem bono publico Zum Besten nie Unter die Leut Kommen Läßt.«»Es wäre Ja Viel Besser, denn Leuten seidene Kleider ZuErlauben, welche nur ein Viertheil Jahr Tauwerten, Undt newe