dische einzuführen«. Er ist sich der Tragweite dieses Vor-schlags wohl bewußt und bekennt selbst: »Ein grosses Wort!
. . . Ich lasse mich aber solches nicht irren / sondern bleibe beständigdabey / die ausländische Manufacturen seyen zu bannisiren / um dieinländische empor zu bringen« 30 ). Dieses Verbot denkt er sich sehrleicht, wenn nur ein guter Wachdienst geübt und jeder Übertreterstreng gestraft wird. Schon in einem Jahr würde man den Er-folg in den Kassen der Fürsten und der Untertanen spüren, »danndie Noth selbst und der gewisse Gewinn / so durch die Sicherheitder consumption entstehet / wird die Lands-Insassen alsdann lehrenzu den eigenen Manufacturen zu greiffen«. So geht das Geldnicht mehr in die Fremde, sondern gedeiht zu Verlags-kapitalien. Daher muß eine strenge Bestrafung aller Zuwider-handlungen geschehen.
Daß Hornigk ein Optimist ist, wird sich nicht gut leugnenlassen, aber etwas leichtsinnig war es wohl von ihm, die Einfuhrso überaus wichtiger Artikel wie Wolle, Seide und Leinen miteinem Federstrich aufzuheben. Daß er sich nicht die Konsequenzendieser Tatsache klar machte, darf uns nicht verwundern; in derZeit der Navigationsakte war es nicht erstaunlich, dachte Becherdoch genau so. Denen, die etwa einwenden, woher so schnell Er-satz kommen solle, antwortet er, daß die Deutschen die französi-schen — und die Seidenerzeugnisse nicht brauchten, weil sie inkürzester Zeit im Lande selbst erzeugt würden, ebenso sei es mitden Leinen- und Tuchwaren; denn sie wären zur Genüge vor-handen. Englands Königin Elisabeth hätte auch, um die Woll-industrie zu heben, die Wollausfuhr verboten, so sei England durchsie reich geworden. Die Waren, die schon im Lande wären,würden reißend Absatz finden, andere, die unterwegs seien, solleman nur, wenn sie nahe der Grenze wären, hineinlassen. Ein Kauf-mann, der dabei zu Schaden komme, müsse sich trösten, und dieKaufleute, die nur ausländische Kommissionen hätten, könntenverderben: »Prosit! Dann das seynd eben die rechte Gesellen / sodas Land in Armuth setzen« 31 ). Auch auf die Privilegien braucheman keine Rücksicht zu nehmen, da »die Kauffleute um dess ge-meinen Bestens/und nicht das gemeine Beste um derKauffleute da sey« 32 ). Es sind dieselben Forderungen, wie sieBecher erhebt. Daß die fremden Kaufleute fortbleiben, schadetnichts, meint er, denn mit Unrecht befürchte man, daß die heimi-schen Waren schlechter wären als die fremden, und selbst w r ennes so wäre, könnte man dies auch ertragen. Dagegen müßten die