Druckung der Verleger / auch Verhütung / dass ein guter Meistermehr nicht /als ein schlimmer auffkommen möge / angesehen seynd /können uns nicht binden / den allgemeinen Wohlstand / ... in denKoth treten zu lassen.« Daher dürfen für die neuen Manufakturenkeine neuen Zünfte gebildet werden. Trotzdem soll Ordnungherrschen, »in Sonderheit denen Verlegern und Meistern die Handzu halten / damit die Gesellen und Arbeiter ihnen den überschweng-lichen Lohn nicht abtrutzen«, auch muß das »muthwillige scheltenund unehrlich machen« 40 ) aufhören. Besonders empfiehlt er, diefremden Lehrmeister gut zu behandeln, die nur auf Privilegienhinkommen würden, man sollte ihnen die Instrumente auf ein- oderzweijährige Frist gegen Zahlung geben. Ebenso gut w T äre es aber,wenn man den Verlegern die Rohstoffe »auf drey-sechs-neun-auch zwölf Monathlichen Credit « gäbe, die Landstände könntendafür garantieren, »dann der Handel / und alles was daran hangt /mit dem Credit stehet und fället« 41 ). Es brauchte aber dieserBürgschaften gar nicht, wenn nur die Kapitalisten mit ihremKapital herauskämen. Zur Erleichterung des Absatzes schlägtauch Hornigk staatliche Kaufhäuser vor, dann hätten sich dieVerleger nicht um den Absatz zu kümmern, es könnten Kom-panien und Verleger sich vereinigen. Auch die Baumwolle willer ganz verbannen, daß sie nicht im Lande anbaufähig ist, siehter wenigstens ein, »es wolte sich dann Oesterreich und Ungarn gegen Osten und in die wärmere Länder erweitern / so GOtt gebe«.Es ist nur konsequent und entspricht seinem warmen patriotischenEmpfinden, wenn unser Autor am Schluß des Kapitels betont:all die Vorschläge nützten nichts, wenn man den Kauf-mann nicht achte. Die Reformatoren hatten den Handelsstandgering geschätzt, erst die Merkantilisten mußten ihm zur Aner-kennung verhelfen, was ihnen ihren Namen eintrug; daß sie nichtnur das Wohl des Kaufmanns kannten, haben wir schon mehr-mals gesehen. Aber Hornigk hat sehr recht, wenn er sagt: »End-lich würde ein Merckliches zur Erhebung der Manufakturen . . .beytragen / wann denen Künstlern und grossen Verlegern etwasmehr Llochachtung / als bissher / wiederführe.« Es sind durch-aus rationalistische Gründe, die ihn zu dieser Mahnung veranlassen:»Dann also würden nicht allein unsere beste Leute keine Ursachhaben / von uns weg / und anders wohin / wo sie mehr geehretwerden / zu lauffen.« »Auch kommt es auss sothaner Erniedrigungdess Kauffmanns-Stands / daß die reiche Handelsleute sich fastschämen / Handelsleute zu seyn / ihre Kinder studieren lassen / ihre
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