einem andern entleihen; dann werden Handel und Industrie blühen,dann wird er nach außen gefestigt und von vielen glücklichenMenschen bewohnt sein. Unwillkürlich erinnert uns die Lektürean die Taten der großen praktischen Merkantilisten, an Friedrichden Großen und Joseph II. , der sich auch auf Iiornigk direkt ge-stützt haben soll. Es weht ein Feuer der Begeisterung durchdiese Zeilen, die das Deutschland in der Zeit der LudwigschenRaubkriege aus seinem Dornröschenschlafe aufrütteln wollten. Wieer in seinen drei staatsrechtlichen Schriften auf Frankreich alsden Erbfeind hingewiesen hatte, so schließt er dieses Werk mitden kühnen von Vaterlandsliebe durchglühten Worten: »Aller-meistens aber solte uns billig dazu bewegen das eindringende Übelvon Westen / und die schuldige Danckbahrkeit / mit deren dieDonau ihrem Bruder dem Rhein von Alters her verhafftet ist.Dann gleichwie dieser unter seinen Carolinischen und SächsischenKaysern und Königen seine beste Kräfften mit Freuden darangestrecket / um die Donau so weit sie Bayrisch und Oesterreichisch heisset / von dem barbarischen Joch und Einstürmen der Hunnenund ihrer Brut frey zu machen / es auch glücklich zu wegen ge-bracht / so gar noch neulichst mit Hindansetzung seiner eigenenGefahr / ihr die Türckische Sclaverey vom Hals zu halten / dasSeinige redlich mit beygetragen: Also erwartet er nunmehr mitSehnen hinwiederum / von dieser gegen den obhangenden Franzö-sischen Dominat geschirmet / und von der unerträglichen Last /mit derer seine Nachbarn geprest seynd / errettet und erlöset zuwerden. Der kleine Sprung so von dem Rhein zur Donau ist /und unsere daran hafftende eigene Erhaltung / nöthigen uns dahin.Geben wir denenselben Gehör / und entschliessen wir uns dermal-eins durch eine rechtschaffene Oeconomie unsere bestenKräfften bey einander zu halten / und solche anderst / als inihrer Verschwendung / denen Frantzosen zu kosten zu geben / sowird der gemeinen Sache allerdings wohl gerathen seyn. Wofernes aber noch jetzo nicht Zeit dazu beduncken will / so ist es bey naheverlohren / und muss ich in sothaner wehenmüthiger Sorge einigermassen mit dess Balde seinem bekandten Liede schliessen und sagen:
Cantantur haec, clamantur haec,
Dicuntur, audiuntur,
Scribuntur haec, leguntur haec,
Et lecta negliguntur,
Interim contabescit Austria« 50 ).