297
rend dieser Zeit wird er Katholik, wahrscheinlich aus denselbenGründen wie Becher, um besser Karriere zu machen, und heirateteine Freiin von Ernau-Moosburg.
1673 bietet er Leopold I. seine Dienste an, »er war einAbenteurer geworden, tätig in alchemistischen und wirtschafts-politischen Projekten; für beide war der Boden kaum irgendwoso günstig als in dem Österreich Leopolds I .« 3 ). Dort konnte auchSchröder neue Vorschläge zur Beförderung der heimischenProduktion und des Handels machen, deshalb ließ er sich vomKaiser nach England senden, wo er vor allem die wirtschaft-lichen Verhältnisse studieren und »dem Handelsstaate England dieOrdnungen des Handels und Gewerbes, Preis und Lauf der Warenabzulernen versuchen sollte«. Er war auch beauftragt, den öster-reichischen Waren einen Markt in England zu schaffen. Geradedamals blühte dort eine reiche ökonomische Literatur, dienicht ohne Wirkung auf seine wirtschaftlichen Ansichten blieb.Er gewann immer festeren Fuß am Kaiserhof, so daß ihm balddas schwere Amt übertragen wurde, Becher zu ersetzen und dasWerkhaus neu zu organisieren. Schröder sollte dort die Wollmanu-faktur, die er in England studiert hatte, einführen und dasFlaus in Besitz nehmen. Nach langen Verhandlungen schien dasUnternehmen endlich gesichert; da kam die Pest, die die englischenArbeiter fortraffte, und ein neuer Kammerpräsident kündigte ihmdas Haus. Während der Türkenbelagerung brannte es 1683 ab,aber Schröder scheute sich nicht, um neue Privilegien zu bitten,da er es wieder auf bauen wollte; sollte das Flaus doch eineindustrielle Lehrstätte für ganz Österreich werden 4 ). Aber denIdeen Bechers und Schröders vermochte man am Hofe nicht zufolgen, und so blieb das Werkhaus ungebaut. Nun folgen Jahreder Not für Schröder: »sie waren erfüllt vom Kampfe für dieWiedergeburt eines Unternehmens, an dem alle seine Hoffnungenhafteten, und von Projekten und Plänen, in denen der alte wage-lustige Sinn sich wieder äußerte« 6 ). Er reist durch die Lande undlegt seine Erfahrungen schriftlich nieder, 1684 entsteht der »Unter-richt vom Goldmachen« und 1686 die »Fürstliche Schatz-und Rentkammer«. So wurde das Buch, das seinen Namen füralle Zeiten erhalten hat, aus dem Unmut über seine Mißerfolgegeboren, ähnlich dem berühmtesten Werke Bechers. Es gewannihm auch die Gunst des Kaisers wieder, denn er wurde zum Ratder Zipser Kammer und auch zu dem der Preßburger ernannt.Aber seine Stellung war nicht leicht. Als Deutscher wurde er