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Geld soll nicht eingeführt werden: »Wenn ein Fürst an fremdeoder an die nachbarn seine herrschafften / mauthen oder anderegefalle versetzet oder verpachtet / so wird das land um so vielärmer / als jene gewinst haben / denn sie führen das geld ausdem lande. Also auch wenn ein Fürst von fremden geld auffzinse nimmt / dieweilen / so viel der zinß austräget / das landentbehren muß« 57 ). Durch die Registrierungen kann nun ermitteltwerden, ob das Land an Reichtum zu- oder abgenommen hat.
Nachdem Schröder festgestellt hat, wie die Lage Österreichs ist, will er jetzt Anweisungen geben, wie sie sein sollte: »nunwil ich auch zeigen / wie sich ein Fürst solches alles zu nutzmachen könne«, daher muß er vor allem die Mittel, wodurchein Land reich wird, befördern 68 ). Zu allem aber ist GottesSegen erforderlich. Der Bergbau gehört ganz besonders zu diesenMitteln; ganz wie Hornigk hält er auch den unrentablen fürnützlich: »Und ob schon die bau-kosten der bergwerck den ertragübertreffen / so ist doch der lohn der arbeiter nur eine Verwechse-lung und wird das land weder ärmer noch reicher / aber wohlglückseliger dadurch; dann es werden viel leute dadurch zu ihrerkost kommen / und ihr brod erwerben / und das geld bleibet imlande / wie davon im büchlein / Oesterreich über alles / zulesen. Aber so viel gold und silber ausgegraben wird / so vielnimmt das land an reichthum zu / und der Fürst kan die Ver-mehrung seines Schatzes damit befördern«. Österreich hat großeund reiche Bergwerke, aber die wenigsten und schlechtestenwerden gebaut, ist es nicht schade um diesen verborgenen Schatz?fragt Schröder mit Recht 59 ). Daß die Merkantilisten bei ihrenfortwährenden Bemühungen, die Geldmittel ihres Landes zu ver-größern, alchimistischen Untersuchungen nicht abgeneigtwaren, kann in einer Zeit, in der der Kampf zwischen Wunder-glauben und rationalistischer Naturerkenntnis noch nicht entschiedenwar, nicht verwundern. Schröder gehört auch zu den Bekennerndes »Steines der Weisen« und empfiehlt als eines der Mittel, umdas Land zu bereichern, die »gold- und silberscheidungen«und die »transmutationen und zeitigung der unreiffen metallen inwahres gold und silber« 60 ). Der Handel ist allmählich aus einerNotdurft ebenfalls ein Hauptmittel zur Bereicherung des Landesgeworden. »Wir befinden demnach / daß der gewinst herrühreaus unserm Überfluß / welchen andere von uns zu kauffen nöthighaben; der Verlust aber entstehet aus dem mangel benöthigter undunentbehrlicher dinge / welche / uns die necessität treibet / von