beginnen, als die anderen Völker miteinander im Krieg lagen, es hateine günstige Lage an der See und im Zentrum der Welt, so hat esfast alle Gelder an sich gezogen, »also daß in kurtzer zeit mehrcapitalien in Holland zu finden waren / als ihre handlung / wie großsie auch ist / erforderte«. Da nun dort die Abgaben schwer sind,muß jeder einen Gewinn suchen, und weil »es in allen negotienzu geschehen pfleget / daß wo die menge und Überfluß einer sacheist / selbige gering achtet und wohlfeil verkaufft wird; also gehetes daselbst mit dem Gelde / weil solches zu viel ist / so unterbieteteiner dem andern / so lange biß es zu solchem geringen werth oderinteresse kommen ist«. Dazu kommt noch der Mangel an Land-gütern, deren Besitzer alles zu Geld zu machen versuchen. Dagegensind die Verhältnisse in Deutschland ganz anders: »dieweilenein solcher Überfluß an gelde nicht ist« und »die landgüterzu wohlfeyl sind«. »Nun ist aber eine unwidersprechliche regel /daß in guten Zeiten der ertrag der landgüter die capitalien imlande mit ihrem interesse reguliret«; es ist nicht klar, ob er denBoden damit für Kapital erklären will, denn er sagt auch: »Item /daß die grosse capitalien in solcher leute hände liegen / die dagrosse land-güter haben.« Weil bei uns der Handel nicht so großist wie in Holland , sind auch weniger Kapitalien nötig, sie müßtennur zu ebenso niedrigen Zinsen ausgeliehen werden, deshalb istaber vor allem der unglaubliche Wucher zu bekämpfen 74 ).
Dem Lande kann nach Schröders Meinung nur mit einem»gantz neuen mittel . . . nemlich einem öffentlichen landes-fürstlichen Wechsel« geholfen werden, deshalb entwirft er einsehr interessantes Bankprojekt. »Dieweilen dem gemeinen stylonach commercien zu ingrossiren / ein groß Capital erfordert wird /nun aber diese lande also beschaffen / daß erstlich der Adel /commercien zu treiben / seinem schild und ahnen praejudicirlichzu seyn vermeynet; Und zweytens / daß / wann kauffleute zu reichwerden / sie alsobald Cavallier abgeben und seyn wollen / unddahero die grossen capitalien nicht im liandel bleiben . . .'diesemnach ist nöthig gewesen / auff ein ander mittel zu gedencken«.Uber die Kreditvorgänge ist er sich durchaus klar: »wie ich denndas geld keineswegs als ein unvermeidlich mittel zu den commercienachte / sondern w T eiß / daß auch ohne geld große commercienkönnen getrieben werden«, so haben die Italiener den Geld-mangel »durch unterschiedliche / so wohl publique als privatebanco ersetzet / indem sie ihre obligationes einer auff den andernzu transferiren / und mit credit / welchen einer auff den andern