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stehen war, fehlten dem riesigen Triebwerk noch viele Räderund Speichen, von denen eines das Ineinandergreifen des andernbedingte. Es zeugt von Schröders Bedeutung, daß er mit klugemBlick erkannte, wo noch ein solches Rad fehlte, um die Maschinein Gang zu bringen; er spricht sehr richtig von einer »Ordnung«im Handel, denn damals konnte eine fortschrittliche ökonomischeOrganisation nur vermittelst der Staatsautorität etwas erreichen.»Die gute ordnung im handel / welche zu unserm zweck dienet /bestehet darinnen / daß die arbeiter kauffleute finden mögen /welche ihnen ihre arbeit abkauffen / und sie nicht nöthig haben /solche von hauß zu hauß zu tragen« oder »aus mangel des Verlagsdas handwerck so lange liegen zu lassen / biß sie geld für dievorige arbeit gelöset« oder »aus mangel brods ihre arbeit umhalbes geld« verschleudern müssen. Deshalb muß man die Haupt-hindernisse beseitigen, »nemlich / daß der käuffer nicht alle Örterweiß / wo das zu kauffen ist / was er vonnöthen hat / und zumandern der verkäuffer weiß nicht / wo ein solcher kauffmannsteckt«. Zur Erleichterung dieser Schwierigkeiten hat man dieMäkler eingesetzt, aber dem Handwerk ist damit wenig geholfen.Das beste Heilmittel wäre, »daß ein generaler marckt inallen Ihro Kayserl. Majestät erb-ländern continuirlich gehaltenwerde / allwo ein jeder ohne reisen oder botenschicken in einerviertelstund alles wissen könne / was in allen diesen ländern zuverkauften / und wo einer jedes zu finden sey« 95 ).
Dazu dient »das Project eines freywilligen ungezwun-genen Intelligentz-Wercks«. Die Bedeutung der Pressehatte Schröder in England kennen gelernt, und Srbik weistdaraufhin, daß das Blatt »The City Mercury or advertisementconcerning trade«, das 1675 gegründet war, ihm zum Musterdiente 96 ). Namen und Gedanken stammen, wie er selbst berichtet,von der »Intelligentzkammer« in London , dem »office ofintelligence« an der Börse. Denn ein allgemeiner Mangel hemmtHandel und Gewerbe, verursacht Teuerung und stört »die harmoniamdes gantzen corporis publici«, »und dieses ist j daß man nichtallezeit weiß / noch erfahren kan / was einem oder dem andernzu wissen nöthig«. So hat ein Handwerker Waren fertiggestellt,ohne einen Abnehmer dafür zu wissen, ein anderer findet keinepassenden Waren, ja es »möchte vielleicht ein Überfluß im landeseyn / da doch in einer stadt große theurung gefunden würde«.Das Botenschicken, in Kommission geben, verteuert die Güterunnütz, auch die Fremden müssen unter der Unkenntnis leiden,