sollen »in ein absonderlich darzu erbautes victualien-hauß« gebracht»und allda wiederum nach dem handkauff bey dem pfunde odermaß / wer es begehret / gegen einen billichen und erleidlichenauffschlag verkaufft werden«. Ein solches Haus muß an einemguten Ort stehen und gut gebaut sein 91 ). Den billigen Lebens-mitteln dienen auch vernünftige Zölle: Fertigfabrikate aus ein-geführten Rohstoffen sollen unverzollt bleiben, die Stoffe zu denManufakturen gering belastet, dagegen nicht unmittelbar not-wendige fremde Waren hoch besteuert werden: das sind alles diealtbekannten Vorschriften. Neu ist aber seine Idee, die Zölle nichtnach dem Werte der Waren, sondern nach dem Ertrage, densie dem Importeur bereiten, zu bemessen 92 )'
Dem leichten Verkauf konnte kaum etwas mehr zustattenkommen als die Güte der Waren, die aber nur in möglichst freierKonkurrenz zu erzielen war, wo einer den andern zu übertreffensuchte. Deshalb verlangt Schröder von dem Fürsten »ein einsehenin die närrischen handwercks-ordnungen der zünffte«; »denn esist bekandt / was vor alte grillen und possen die zünffte / alshandwercksgewohnheiten / unter sich haben / und nach ihrer altenmanier und gebrauch die arbeit wollen gemacht haben«. Daherlassen sie die fremden Meister, wenn sie auch mehr verstehen,nicht zu, trotzdem soll der Fürst versuchen, jene als Lehrer derheimischen Handwerker zu gewinnen und die Güte der Warenprüfen zu lassen 93 ). — Dem Massenverkauf dienen die »publiquenverkauffungen«, daß »gantze Compagnien und große handels-leute ihre güter / die sie in großer menge bringen / auff einmahlloßschlagen / oder welche güter haben / und in der eyl geld von-nöthen / sie solche güter bald / jedoch ohne schaden und mitguter avantage verkauften können«. Jeder bringt die Güter indas Amt, nennt seine Bedingungen, den Zahlungstermin und läßtden Verkauf veröffentlichen, den ein Notar leitet, der Stück fürStück aufruft und feilbietet. Schröder empfiehlt für den Massen-absatz ganz moderne Mittel wie eine Auktion und die nötigeReklame, die die Waren anpreisen soll 94 ).
Weit interessanter aber sind seine Vorschläge zur Regelungdes Absatzmarktes. Das merkantilistische Ziel der Hebungjeglicher Produktion konnte nur erreicht werden, wenn der Pro-duzent wußte, woher er die besten Materialien am billigsten bezog,wo er am vorteilhaftesten seine Produkte los wurde, und wenndie Konsumenten unterrichtet waren, wo sie am bequemsten ihrenBedarf decken konnten. Da erst eine Volkswirtschaft im Ent-