dort, ging 1694 auf die Universität Halle, begann dann seinegroßen Reisen, die ihn nach den Niederlanden, England undFrankreich führten, und denen er wohl zumeist seine Kenntnisder fremden Autoren verdankt. Er wird dann Fürstlich Cur-ländischer Staatsrat und Cabin etsdirektor, begibt sichnach dem Tode seines Herrn 1711 wieder auf Reisen, promo-viert — schon 57 Jahre alt — 1727 in Erfurt zum Dr. jur. undstirbt im Februar 1740 in Altona. Zincke macht ihn noch zumKgl. Preußischen Commercien-Rath a ). Er muß eine Kampfnaturgewesen sein, denn wir hören von vielerlei Händel wissenschaft-licher Art, in die er verwickelt war. 1717 hatte er »Meditationesde Deo, mundo et homine« herausgegeben, die aber konfisziertwurden und ihm Haft einbrachten. Als er sich zehn Jahre späterin Königsberg habilitieren wollte, wurde ihm die Disputation»wegen der darinnen enthaltenen paradoxen Lehren und Aus-drücke, sowohl zu halten als auszutheilen verboten«. In einemProzeß wurde er des Atheismus beschuldigt und mußte bei demSamländischen Konsistorium seine Irrtümer revozieren. — AlsSchriftsteller war er sehr vielseitig, neben seinen philoso-phischen, juristischen und wirtschaftlichen Werken verfaßte erz. B. eine Übersetzung der Aeneis des Virgil in deutschen Versen,ferner Übersetzungen der Satiren des Boileau und auch eine»Menschwerdungshistorie des Heilands«*).
1. Politische Gedancken:
Welcher Gestalt Monarchen und Könige /Republiquen und Fürsten : Nebst ihren Rei-
chen / Ländern und Unterthanen; Durch eineleichte Methode Mächtig und Reich seyn oderwerden können.
»Ihr Götter / dieser Welt / Grossmächtigste Regenten:
Ich lege diese Schrifft zu Euren Füssen hin;
Sie zeiget kürtzlich an / mit Vortheil und GewinnZu stärken Eure Macht: zu mehren Eure Renten.
Wolt Jhr so gnädig seyn und Eure Cammer-SachenMit den Finantzien / vertrauen meiner Treu;
Will ich durch GOTTES Plülff alsdann erweisslich machen:Dass dieses was ich schreib / leicht zu bewürcken sey.
*) Über das angeblich von Lau stammende Buch: Ohnverfängliche Vor-schläge zur Einrichtung einer Guten Poiicey s. den Excurs im Anhang.