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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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terien, Leih- und Lombardhäusern studiert habe und will nun überdiese »immerwährende Gold-Gruben und intarissable Silber-Minen«und ihre Tätigkeit eingehend berichten. Er zählt die Vorteileeiner solchen Bank auf: der erste wäre »Ein jährliches Accrois-sement Oberherrlicher Revenüen / welches von Jahr zu Jahr /durch eine glückliche Multiplication .... zu sehr considerablenSummen montiren wird«. Also wie bei Schröder muß auchbei ihm die Bank zunächst dem Fürsten einen gehörigen Profitabwerfen. Der zweite Vorteil liegt darin, daß diese Fonds, weil»von perpetuellem Zufluß« »eine Menge von Gold und folgendsvielen ein- und ausländischen Credit im Lande zu ewigen Zeitenverschaffen werden«, der dritte, daß sie den drei Ständen desStaats »auff die Beine wiederhelffen« wird und viertens»Commercien und Manufacturen / in rechten Gang brin-gen« kann. Wir sehen also, seine Bank soll zur Herbeischaffungvon Geld und als Kreditinstitut dienen. Sie soll ferner demPrivatwucher steuern, der Armut Brot und Arbeit gewähren undsie so »util und zu gesunden Gliedern des Corporis Politicimachen« 20 ). Schließlich soll sie Projekte unterstützen, die demWohl des Volkes und des Fürsten dienen. Noch aber sind dieQuellen des Reichtums nicht erschöpft, und wie seine Vorgängerempfiehlt auch Lau einen Schatz zu schaffen.

»Der Fünffte Canal seyn reichfournirte Tresors und Schatz-Cammern der Potentaten: Dererselben in eiligen und äußerstenNothfällen / zu ihrer Königreichen und Herrschafften Beschir-mungen / sich zu bedienen« 21 ). In guten Jähen müssen sie andie schlechten denken und Schätze sammeln, was man nicht fürGeiz halten dürfe. Wie sie es aber am besten tun »wird ge-schickten Cameralisten und Financiers« er gebraucht also ent-gegen der heutigen Bedeutung beide Begriffe synonym!»die ihr Metier en Maitres verstehen / eine leichte .... Arbeitseyn« 22 ). Aber mit diesen Schätzen sind nur Land und Leutezu schützen, sie sollen nicht dem Geiz dienen. Vor allem aberdürfen sie nicht eingesperrt sein: »Solche zum Schatz destinirteGelder / noch viel weniger von Fürsten und Ihren Thresoriers, inGewölber versperret und dem Gebrauch / dazu es eingeführet undgepräget worden /entzogen werden sollen. Der Wert des Gel-des bestehet eintzig in der Verkehrung; je öffter es auseiner in die andere Hand rouliret / je mehr bringet es seinemEigenthümer ein. Wann aber in Cästen es verschlossenlieget / ist es kein Gold / sondern eine Todte und inutile