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dritt' und viert' wär' nunmermehr!" Wenn diese Weisheit deineinen Falle nachhinkt, warum sollte sie nicht auf den folgenden be-nützt werden?
Nein, die Franzosen haben den Krieg nicht gewollt, aber allehaben zum Kriege beigetragen. Will das Strohdach die Feuers-brunst? Nein, aber sobald ein Funke hineinfällt, flammt es lichterloh.So steht es mit der Schuld und Unschuld der Franzosen . Alledie hervorstechenden Persönlichkeiten, welche in diesem Kriege derReihe nach uns gegenüber aufgetreten sind, haben das unter sichgemein, daß sie vom Krieg abriethen uud dennoch ihn herbeiriefen.Vor allen der Kaiser selbst. Er gehört zu denen, welche amlängsten der Versuchung widerstanden haben, und so sehr zwar,daß man sagen kann: Der Ausbruch ist letzten Orts aus seinemVersinken in Schwäche und Willenlvsigkeit gegen die Camarillahervorgegangen. Seit zwei Jahrzehnten stand die Sache so: Diewenigsten begehrten von ihm schnurstracks, daß er diesen Krieganfange; aber an dem Tag, an welchem er für gut hielt, ihn zuerklären, gehörten ihm die Meisten mit Leib und Seele. Das wareine endlose Versuchung, täglich, stündlich wiederkehrend in allenGestalten, heute als freundschaftlicher Rath, morgen als feindseligeHeransforderung. Die ganze zähe Beharrlichkeit seines phlegmatischenWesens gehörte dazu, daß er so lange widerstand. Aber nachaller Wahrscheinlichkeitsberechnung mußte unter so vielen Stundeneinmal die schwache kommen, die dem ewigen Anprall der nimmerrastenden Woge nicht länger Damm hielt. Und dann war esgeschehen. Mit dem Alter, mit den begangenen Fehlern, mit demWegsterben der ersten geriebenen, gesättigten Abenteuergenossen,mit dem Aufkommen grüuer ungesättigter Strcblinge war die Ge-fahr vervielfacht. Und so kam es. Wer noch zweifelt, lese dieFlugschrift, welche der Kaiser unter dein Namen eines General-