nachdem er dieses Ziel seines Angriffes sich konstmirte, hat er gegen dasselbeangekämpft, was allerdings leichter ist, als wenn er das festgehalten hätte, wasich in meinen vorausgeschickten Bemerkungen auf daS Bestimmteste hervorgehobenhabe, daß es sich nicht um ein Desinitivnm handelt, sondern daß es ein Jnteri-mistikum ist, wie vor einigen Monaten hier von der Regierung klargestellt wor-den ist, und daß also von einem tiefen Einschnitte, den die Regierung bereits in dieVerhältnisse gemacht hätte, zur Zeit keine Rede sein konnte. Der Herr Vorrednerhat auch davon nicht Akt nehmen mögen, daß ich die Absicht, mit der Sistirungder Silbcrverkänfe den Versuch zu machen, den Preis des Silbers zu steigern,nicht als Ursache für die Einstellung der Silberverkäufe angegeben habe. Ichhabe nicht die Ehre gehabt, persönlich der Debatte anznwolmen, die imJuui v. I. darüber stattgefuudcu hat, ich bin also auch nicht in der Lage, zubestreitcn, ob sie den Eindruck gemacht hat, daß dies eigentlich die Hauptsachegewesen sei. Ich kann mich nur an die Worte halten, und mochte mir erlauben,in dieser Beziehung das kurz zu wiederholen, was der Herr Reichskanzler selbstüber den Grund seines Entschlusses im vorigen Jahre gesagt bat. Er sagt aufSeite 1712 des stenographischen Berichtes:
Die einzige thatsächliche Anknüpfung, der Krystallisationspunkt, an demsich die ganze Legende einschließlich die Interpellation gebildet hat, be-steht in meinem an das Bankpräsidium gerichteten Ersuchen, mit denSilbervcrkäufen einstweilen aufzuhören, indem ich für die Fortsetzung,ja für die Vergrößerung der Verluste, welche wir gegenwärtig bei demsortwährendcn Sinken des Silbcrpreises bis auf 47, während kl dernormale Werth sein würde, erlitten, — weil ich dafür die Verantwort-lichkeit für meine Person nicht mehr tragen will.Dieser ganz bestimmt von dem Herrn Reichskanzler angeführte Grnnd, die Höhedes Verlustes und zwar nicht des Verlustes, den die Nation im ganzen, dasNationalvermögen, hat, sondern zunächst, wie ich cö verstehe, der Verlust sür dieReichskasse, sür die Finanzlage des Reiches, — dieser große unmittelbare Ver-lust war es, der den Herrn Reichskanzler zu diesem Beschluß veranlaßte. Per-sönlich würde ich überdies glauben vou vornherein annehmen zu müssen, daßeine zeitweilige Sistirnng dieser dem Qnantnm nach unbedeutenden Silberver-känfe unmöglich eine große Einwirkung aus den Weltmarkt haben konnte, zumalwenn man wußte, sie hörten möglicherweise bald wieder ans. Wer soll da voneiner solchen Sistirnng der Silberverkäufe eiue dauernde Hebnng der Preise ge-hofft haben? Ich sage also, es ist die erklärte Absicht nicht dieses Erperimentgewesen, sondern die Verluste nicht aus eigene Verantwortlichkeit länger zn tragen.Ueber den Umfang derselben wird mein Herr Nachbar noch mit einigen Zahlendasjenige darlegen, was dabei seitens der verbündeten Regierungen als Thatsacheangesehen wird. Ich meinerseits will hier noch hinzusügen: der Herr Vorrednerhat selbst trotz des nmfangreichcn Materials, das ihm bei seiner großen Bekannt-schaft mit diesen Dingen über die Grenzen des eigenen Landes und Europas hinaus zu Gebote steht, und das er in der Lage gewesen ist, dem hohen Hausein der interessantesten Weise darzulegen, doch damit begönne» und damit ge-schlossen, daß er anerkannt hat, eS ist unmöglich zu sagen, ob eine Steigerungdes Preises in der nächsten Zeit eintreten wird oder nicht; er hat mir gewisseWahrscheinlichkeitsrechnungen angestellt. Nun, in dieser Beziehung glaube ich,daß die Auffassung der verbündeten Regierungen mit der seinigen ziemlich über-einstimmt. Die verbündete» Regierungen haben auch die Ueberzeugung gehabt,daß sich ei»e bestimmte Meinung darüber, wie im Laufe des nächsten Etatjahresgerade die Silberprcise nnd ihre Schwankungen sein werden, nicht aufstellen lasse,als überwiegende Wahrscheinlichkeit haben sie aber angenommen, daß eine wesent-