sollen oder nicht; aber ich meine, daß allerdings der Reichstag das Recht unddie Pflicht hat, wahrgenommene Mängel zur Sprache zu bringen, damit dasPublikum aufgeklärt werde.
Ich biu nach dem Laufe der heutigen DiSkussiou sehr zweifelhaft darübergeworden, ob es überhaupt richtig gewefen ist, die Reichsbank gleichsam als eineAktiengesellschaft hinzustellen. (Sehr richtig!) Daraus gehen allerlei Dingehervor, die nicht erwünscht sind; nnd die Frage der Dividenden scheint mirwirklich ein zu großes Moment in den Gebahruugeu der Bank mit sich zuführen. Ich mache daraus den Leitern keinerlei Vorwurf; denn, wenn sie ebendie Leiter einer solchen Aktienbank sind, fo haben sie in diesem Sinn zu wirken;aber es zeigt sich gerade darin, daß eine Staatsbank von solchen Rücksichten be-freit werden mnßte. (Sehr richtig!)
Was die Frage des Notenumtauschcs betrifft, so hoffe ich, daß jetzt sowohldie Filialen wie die Hauptbank die Sache noch einmal gründlich ansehen, unddaß dafür gesorgt wird, daß in ruhigen festen Zwischenräumcn die Präsentationerfolgt, und so jeder mögliche Verdacht, als ob es darauf ankommen könnte,Privatbanken Schwierigkeiten zu bereiten, beseitigt wird. Die Aeußerungen desHerru Präsidenten haben mir klar gemacht, daß so seine Ansicht ist.
Abgeordneter Dr. Bamberger: Ich bitte diejenigen Herren, welche sich nachdem Schlüsse sehnen, nm Entschuldigung, daß ich noch einmal das Wort ergreise.Es wird sie aber vielleicht zur Nachsicht bestimmen, wenn sie sich daran er-innern, daß feitdem wir das Reichsbankgesetz gemacht haben, also seit 1875,seit vollen 5 Jahren niemals die Handhabung dieses Gesetzes hier irgend aus-führlich zur Sprache gebracht worden ist, daß diefcö Bankgefetz also eiu Lnstrmnlang operirt hat, dieses Bankgcsetz, das von der Reichsgesctzgebnng, also auchmit vom Reichstage unter seiner moralischen Verantwortlichkeit erlassen wordenist; daß eine Stelle, bei der man Beschwerde erheben kann wegen nicht richtigerManipulirnng schwer, sehr schwer zu erreichen ist, daß es namentlich sehr schwerwar, bei den verschiedenen Schiebuugeu, die iu deu Reichsininistericn statt-gefunden haben, immer zu wifseu, an wen man sich zu wenden habe, uud daßman, wie ich glaube, uicht zweifelhaft seiu kann, daß es sowohl im Interesseder Bank wie des PnbliknmS außerordentlich wünschcnswerth ist, einmal dieintcressirenden Punkte zur Sprache gebracht zu sehen. In dieser Sache mußich entschieden meinem Freunde Meier auf das nachdrücklichste widersprechen,wenn er etwas Ungehöriges darin finden will, daß diese Gegenstände hier zurSprache gebracht worden sind.
Was mm den Punkt der DiSeontopolitik betrifft, so kann ich ihm auchdarin nicht zustimmen. Ich habe zwar gestern erklärt, daß ich nicht Anhängerder striktesten Observanz bin, daß ich es der Reichsbank, nachdem es anderenBanken gestattet worden ist, grundsätzlich nicht zum Vorwurf macheu würde,wenn sie einmal unter deu offiziellen Banksatz herunterginge. Ich habe nurdagegen Verwahrung einlegen wollen, daß man sich allzu kühn auf diese Bahneinlasse, ich habe mich verwahrt gegen einen Ehrgeiz, der in die Bankdircktionfahren könnte, möglichst viele Geschäfte zu machen, überall und nirgends zu seiu,alles an sich zu ziehen uud mit jedem, der irgend wie in der Lage sein sollte,billiges Geld auf deu Markt zu werfen, mit noch billigerem Gelde zu konkur-riren. Vergessen die Herren auch nicht den Ausgangspunkt meiner gestrigen Be-trachtungen, er knüpft an nnfere Metall- uud Münzpolitik an. Wenn wir heuteiu der Lage wären, wie die englische Bank es ist, auf die mein verehrter KollegeMeier hingewiesen hat, daß wir einen Bankschatz hätten, dem es verboten ist,mehr als ^/g seines BankschatzeS in Silber zu haben und welcher '/g in Gold