Rückgang erklärt sich hauptsächlich daraus, daß die Einnahmenaus dem Reiseverkehr 1926 mit 13, im folgenden Jahr nur mit6 Milliarden Fr., ebenso die Frachteinnahmen um 400 Mill. Fr.niedriger eingesetzt sind. Cs waltet dabei offensichtlich das Be-streben vor, die Aktivität der Zahlungsbilanz möglichst niedrigerscheinen zu lasten. Auch der Passivposten: 1000 Mill. Fr.Aeberschuß der Einfuhr aus den französischen Kolonien ist, daihm kein entsprechender Einnahmeposten gegenübersteht, indieser Höhe sicher nicht vorhanden. Nach den Schätzungen ernsterSachverständiger hat der Aktivsaldo der laufenden Posten derfranzösischen Zahlungsbilanz 1928 mindestens 15 MilliardenFranken — 2,4 Milliarden RM. betragen und ist im weiterenSteigen. Frankreich ist heute wieder einer der größten Geldgeberans Ausland.
Wenn eskeineArbeitslosigkeit kennt, so keines-wegs nur wegen der hohen Ziffer seines Heeres und seinerMarine. 1927 hatte es einen Wanderungsgewinn von rund90 000 zu buchen, der den jährlich neu zum Militär Eingezogenengegenübersteht. In ihm sind zudem nicht die vorübergehend ein-reisenden Wanderarbeiter einbegriffen, die namentlich ausItalien, Spanien, Belgien kommen. Frankreich benötigt ebenin erheblichem Maß ausländische Arbeitskräfte.
Der Großhan de lsindex Frankreichs hält sich, trotz-dem er seit 1927 ständig — wenn auch unbedeutend — gestiegenist, während er in den meisten andern Ländern einen leichtenRückgang zeigte, weit unter dem amerikanischen, englischen,deutschen usw. Im Januar 1929 betrug er 126,2 gegen 139 beiuns. Ende Mai 1928 betrug der Lebenshaltungs-index 106. Cr soll seitdem auf 121 gestiegen sein; jedenfallssteht der Pariser Kleinhandelsindex auffälligtief unter dem Großhandelsindex, ein Zeichen dafür,daß die Verarbeitungs- und Verteilungskosten in Frankreich gegen die Vorkriegszeit wesentlich zurückgegangen sind. InDeutschland war er im Januar 153,1 und bis März auf 156,5,ohne Wohnung sogar bis auf 164,2 gestiegen, Ende April warer einschließlich Wohnung 152,1.
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