wie Clsaß-Lothringen , Saargebiet, Ostoberschlesien, Posen undWestpreußen verloren. Die wachsende protektionistische Ab-sperrung des Auslandes hemmt zudem stark die deutsche Aus-fuhr, die aber bei der nachlassenden Ausnahmefähigkeit des In-landes immer mehr forciert werden muß und in den zwei erstenMonaten 1929 die gleichzeitige des Vorjahres um 22 200 t, demWert nach um 63,4 Millionen RM. übertraf. In Spinn-maschinen vermögen wir freilich gegen die englische Konkurrenznicht aufzukommen, in allen anderen Textilmaschinen dürsten wiraber führend sein. Vei unsern hohen Selbstkosten müssen wirdurch höchste Qualität und ständige neue Verbesserungen unsernPlatz auf dem Weltmarkt behaupten und erweitern. Vei großenMaschinen, deren Anfertigung viele Monate oder gar Jahreerfordert, ebenso bei Serien-Aufträgen, die sich über längereZeiträume erstrecken, verhindert die Unsicherheit der Lohnverhält-nisse die Möglichkeit, auch nur einigermaßen sicher kalkulierteOfferten zu machen. Wird eine Lohnerhöhung einkalkuliert, sostellt sich die Preisforderung meist zu hoch, unterbleibt die Cin-kalkulierung, so wird der Auftrag schließlich mit Verlust aus-geführt.
Trotz der steigenden Ausfuhr ist darüber die wirtschaftlicheLage des deutschen Maschinenbaues — mit Ausnahme wenigerSpezialitäten — höchst unerfreulich. Im März 1929 war derAuftragseingang aus dem Inland bei 64 v. H. der deutschenMaschinenfabriken ungenügend (gegen 46 v. H. im März 1928),ebenso der aus dem Ausland bei 61 v. H. (Vorjahr 64 v. H.).Die auf die Leipziger Frühjahrsmesse gesetzten Hoffnungen habenstark enttäuscht. Immer wieder wird betont, daß die deutschenProduktionskosten zu hoch seien, daß sie im Mißverhältnis zuden erzielbaren Preisen stünden. Der Index für Produktions-mittel hat sich gegen Ansang 1928 von 134,4 zwar auf 137,5,also um 2,3 v. H. gehoben, der Lohnindex aber um 10—15 v. H.Vom 1. Januar 1927 bis 1. Juli 1928 waren die Maschinen-preise um 4,7 v. H., die Löhne um 18,2 v. H. gestiegen; dieKonjunktur war in ausgesprochenem Rückgang; trotzdem erhöhteder vom Neichsarbeitsminister Wissell für verbindlich erklärte
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