deutschen Zinsniveau eine wesentlich höhere Preisstellung be-dingt, als in Ländern mit niedrigerem Zinsniveau. Von Autos,Motorrädern und Teilen solcher führten wir 1928 für nahezu100 Mill. M. ein, nur für 64 Mill. RM. aus. Vor demKrieg war unsere Handelsbilanz darin mit 70 Mill. M. aktiv.Mit Ausnahme von Last- und Geschäftsautos sind wir darinzu teuer; für Personenwagen stehen zudem die riesigen Aus-landszölle des Auslandes hindernd im Wege, während die unserenverhältnismäßig niedrig sind. Vor allem aber erfordert dieOrganisation des Absatzes — besonders ins Ausland — einenriesigen Aufwand von Kapital, über das wir nicht mehr ver-fügen, zumal auch das Inlandsgeschäft meist auf Abzahlung er-folgt. Die bloß technische Rationalisierung versagt, wenn esnicht gelingt, sie auch beim Absatz durchzuführen. Das größteund vollendetste deutsche Unternehmen dieses Gebietes, Opel , istsoeben unter die Kontrolle der amerikanischen General Motors gekommen. Auch Ford hat sich bei uns niedergelassen. Mitwenigen Ausnahmen schreitet bei uns ein Werk nach dem andernzur Saniemng, der nach einigen Iahren eine neue folgt. Kapitalund Arbeit sind bei uns zu teuer, um dieses Geschäft mit Erfolgzu führen.
Maschinenindustrie.
Vesser - freilich längst nicht gut — liegt es bei der deut-schen Maschinenindustrie. Ihre Kapazität ist gegenüber1913 um 45 v. H. gestiegen Jedoch wird sie nicht entfernt aus-genutzt. Erreichten noch in den Sommermonaten 1928 die ge-leisteten Arbeitsstunden 75 v. H. der Sollzahl, so waren sie imJanuar auf 67,2 v. H. gesunken. Gegen 1927 war der Wertihrer Produktion von 3,4 auf rund 4 Milliarden gestiegen. Dieim günstigen Konjunkturjahr 1927 erteilten Aufträge kamengroßenteils erst 1928 zur Ausführung. Die Ausfuhr (ohneFahrzeuge und elektrotechnische Erzeugnisse) war 1928 mit1061,4 Mill. RM. um fast 200 Mill. NM. höher als die desVorjahres. Sie ist unter Berücksichtigung des erhöhten Preis-niveaus freilich nur um 13^ v. H. höher wie vor dem Krieg.Allerdings haben wir seitdem so wichtige Produktionsgebiete
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